Knapp 77.000 Stunden im Einsatz; Interview

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Das neue Jahr begann in einigen Teilen Deutschlands mit reichlich Eis und Schnee. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW waren zur Unterstützung von Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Wie sah die Hilfe konkret aus?

Ab dem 6. Januar kämpften ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW zwei Wochen lang bis zu zwölf Stunden jeden Tag Seite an Seite mit den Feuerwehren, den Sanitätsorganisationen, der Polizei und der Bundeswehr gegen die Schneemassen an. Aus 150 bayerischen Ortsverbänden kamen täglich bis zu 1.300 THW-Freiwillige in die Einsatzgebiete. Die THW-Kräfte brachten Fahrzeuge, Gerät und Kenntnisse mit. Sie räumten umgestürzte Bäume bei Seite, befreiten Hausdächer von Schneemassen und machten Verkehrswege passierbar. Außerdem begutachteten rund 20 THW-Baufachberater öffentliche Gebäude oder großflächige Hallendächer. Dort, wo Einsturzgefahr drohte, veranlassten die THW-Fachleute, dass der Schnee von den Dächern geräumt und Gebäude abgestützt oder geräumt wurden.

Die Einsatzschwerpunkte lagen in den fünf bayerischen Landkreisen, die Katastrophenalarm ausgerufen hatten. Weitere Schneeeinsätze hatte das THW in Baden-Württemberg und Sachsen.

Bemerkenswert: Die überwiegend freiwilligen Einsatzkräfte des THW haben hierbei insgesamt knapp 77.000 Stunden geleistet. Dieses Engagement ist hoch zu schätzen. Es setzt ein großzügiges Verständnis im privaten wie im beruflichen Umfeld voraus. Der „Chef“ muss Verständnis für die meist mehrtägigen THW-Einsätze haben, die Arbeitskollegen müssen die Ausfälle kompensieren.

Wie werden die Einsatzkräfte des THW auf ihre Aufgaben vorbereitet?

Das Technische Hilfswerk ist die Einsatzorganisation des Bundes im Katastrophenschutz. Die Einsatzkräfte werden bundesweit gewissenhaft theoretisch und praktisch ausgebildet. Hierzu gehören auch Übungen. Die Schulungen erfolgen bundeseinheitlich und überwiegend in den 668 Ortsverbänden sowie an den THW-Ausbildungszentren in Hoya (Niedersachsen) und Neuhausen a.d.F. (Baden-Württemberg).

Am Anfang steht die THW-Grundausbildung, in der die „Neuen“ den richtigen und vor allem sicheren Umgang mit Werkzeug und Gerät erlernen sowie das richtige Verhalten im Einsatz und Wissen über den Bevölkerungsschutz. Danach haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit, sich für Fachgebiete zu spezialisieren. So gibt es im THW beispielsweise mobile Reparaturwerkstätten, Feldküchen, Fachgruppen für Brückenbau und für Führung und Kommunikation. Das THW nutzt gerne berufliche Kenntnisse und bietet umgekehrt auch Ausbildungen mit IHK-Abschluss – ein Mehrfach-Nutzen für Beruf, Privatbereich und Katastrophenschutz.

Rund 80.000 Freiwillige engagieren sich beim THW. Sind Sie zufrieden mit dieser Zahl?

Knapp 80.000 freiwillige Einsatzkräfte sind seit Jahren eine einigermaßen stabile Größe. Wir haben das Ziel, die Zahl der langjährig Aktiven zu steigern. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf erfahrene Führungskräfte.

Eine Quelle des Nachwuchses sind unsere Jugendgruppen, die es prinzipiell in jedem Ortsverband gibt. Darüber hinaus werden wir ab diesem Jahr den Bundesfreiwilligendienst erweitern, indem wir 2.000 Menschen einen einjährigen Freiwilligendienst beim THW bieten. Wir rechnen damit, dass ein Teil der „Bufdis“ sich danach auch ehrenamtlich in unseren Ortsverbänden engagiert.

Neben bundesweiter und örtlicher Werbung gilt jedoch der alte Grundsatz: Zufriedene Helferinnen und Helfer begeistern gerne auch Mitmenschen für das THW.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2019

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