Niels Spilker, Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Editorial


Foto: Simone M. Neumann

Niels Spilker
Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Personal im öffentlichen Dienst spaltet sich mehr und mehr in unterschiedliche Beschäftigungsformen. Rund ein Drittel aller Beschäftigten arbeitet in Teilzeit, rund 200.000 von den rund 2,9 Millionen Tarifbeschäftigten arbeiten in sogenannter geringfügiger Beschäftigung, ein Anteil von 15,6 Prozent der ArbeitnehmerInnen hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag. 

Der öffentliche Dienst insgesamt hat eine unruhige Zukunft vor sich, der soeben vorgelegte DGB Personalreport für den öffentlichen Dienst macht das deutlich. Das aktuelle Heft bietet einen kleinen Einblick in die Ergebnisse. Deutlich wird: Das Personal im öffentlichen Dienst hat durch geringe Ausbildungszahlen, Stellenabbau und langjährige Besetzungssperren eine extrem inhomogene Altersstruktur. In den nächsten Jahren droht viel Erfahrungswissen zu verschwinden, weil ältere Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Trotz Personalzuwachs – im Vergleich zum Vorjahr gibt es rund 50.000 Beschäftigte mehr – ist die Personaldecke weiterhin prekär. Es ist Zeit, endlich umzusteuern.

Deutlich wird zudem, dass sich die Zone der sozialen Unsicherheit auch im öffentlichen Dienst ausweitet. Die Beschäftigten mit befristetem Vertrag etwa können ihren Lebensweg nicht verlässlich planen. Hier brauchen wir eine Trendwende – Gute Arbeit im öffentlichen Dienst muss stärker in den Fokus rücken. Die Lehrkräfte, ErzieherInnen, PolizistInnen, Rettungskräfte, Verwaltungsangestellten leisten hervorragende Arbeit für das Gemeinwohl und verdienen Anerkennung!

Wir wünschen eine anregende Lektüre.

Niels Spilker

Quelle: Beamten-Magazin 10/2018

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