Für Gute Arbeit im Schichtdienst; Gewerkschaften

Für Gute Arbeit im Schichtdienst

Workshop

Wie sieht ein beschäftigtenfreundlicher Wechselschichtplan aus? Was wünschen sich die KollegInnen? Wo liegen die Probleme? Diesen Fragen gingen VertreterInnen von Gewerkschaften und Personalräten Ende Juni im Rahmen eines Workshops beim DGB Bundesvorstand in Berlin nach.

Von Niels Spilker

Schichtarbeit erhöht das Unfallrisiko

Quelle: Beate Beermann/BAuA (2008): Nacht- und Schichtarbeit – ein Problem der Vergangenheit?

Gegen den biologischen Rhythmus

Schichtarbeit kann die Gesundheit und das Sozialleben der Beschäftigten stark beeinträchtigen, weil sie gegen den biologischen Rhythmus der Körperfunktionen arbeiten und schlafen müssen. Es verwundert insofern nicht, dass diejenigen, die nachts oder in wechselnden Schichten arbeiten müssen, die eigene Gesundheit als schlechter einschätzten als diejenigen mit dem Nine-to-five-Job. Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit zeigen, dass das Unfallrisiko in der Schichtarbeit deutlich höher ist als in der „normalen“ Arbeitszeit. Im Vergleich zur Frühschicht erhöht sich das Risiko für die Nachtschicht um 30,6 Prozent (siehe Grafik). Doch obwohl die negativen Auswirkungen solcher Arbeitszeiten seit langem bekannt sind, erleben wir in den letzten Jahren einen deutlichen Trend zu belastenden Arbeitszeiten, auch im öffentlichen Dienst.

Über den Tellerrand schauen

Ziel des DGB-Workshops war es, sich mit Betroffenen aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Dienstes und der Bahn über Gestaltungsoptionen für Gute Arbeit im Schichtdienst auszutauschen. Gerade der Blick über den Tellerrand und die Suche nach den Schwierigkeiten stellte sich dabei als produktiv heraus. Unter den KollegInnen, die der Einladung nach Berlin gefolgt waren, entspann sich  eine lebendige Diskussion. Dabei wurde erkennbar, wie vielfältig die zu beachtenden Interessen sind. So wirken sich die Belastungen durch derartige Arbeitszeiten auf Dienstjüngere in der Regel anders aus als auf dienstältere KollegInnen. Das führt zu teils sehr unterschiedlichen Bedürfnissen. Dennoch konnten viele Aspekte verallgemeinert und grundsätzliche Erforderlichkeiten für „Gute Schichtarbeit“ benannt werden. Dazu zählen Punkte wie Planbarkeit, kurze Schichtwechsel oder auch die Vermeidung von Zusatzdiensten. Klar wurde jedoch auch: Ohne ausreichende Personaldecke geht es nicht.

Quelle: Beamten-Magazin 07-08/2018

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