Straftaten insgesamt rückläufig, doch Übergriffe auf Polizei nehmen zu; Bund

Straftaten insgesamt rückläufig, doch Übergriffe auf Polizei nehmen zu

Polizeiliche Kriminalstatistik

Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2017 wirken auf den ersten Blick positiv: Verglichen mit 2016 nahmen die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten (5,76 Millionen in 2017) um 9,6 Prozent ab – insbesondere in den Bereichen Diebstahlsdelikte (-11,8 Prozent) und Wohnungseinbrüche (-23 Prozent). Alles andere als erfreulich ist jedoch die wachsende Zahl von Übergriffen auf PolizistInnen: Waren 2016 schon rekordverdächtige rund 72.000 Angriffe zu verzeichnen, nahmen sie 2017 nochmals auf 74.400 zu. Die GdP fordert deshalb von den Regierungen, die innere Sicherheit als Topthema zu behandeln. Die personellen Lücken bei der Polizei müssten schnellstmöglich geschlossen und ein langfristiges Konzept der Personalplanung angesichts der massiven Pensionswelle in den nächsten Jahren entwickelt werden. „Unsere KollegInnen kriegen die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Ankündigungspolitik der Regierungen jeden Tag mehr zu spüren. Die Einsatzkräfte können zwar viel ab, aber es nagt schon sehr an der Motivation und der wichtigen Bürgernähe, wenn der Frust der BürgerInnen sich nicht nur verbal, sondern auch über Respektlosigkeit und Gewalt gegen die Beamten entlädt“, kommentiert der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow die PKS 2017. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sieht in den zahlreichen Gewaltdelikten gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst auch ein Symptom des schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalts als Folge eines zu schlanken Staates: „Wo der Staat seine Aufgaben nicht oder nur noch schlecht erfüllt, sind seine Beschäftigten oft die Blitzableiter für den Ärger der unzufriedenen Bürger. Frust, Unmut und Ohnmacht werden oft direkt in den Dienststellen, neuerdings sogar während des Einsatzes auf der Straße abgeladen.“ Es sei unverständlich und unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen, weiterhin auf eine Politik der schwarzen Null zu setzen. Damit beraube sich der Staat selbst seiner Handlungsfähigkeit, so Hannack weiter.

Quelle: Beamten-Magazin 05/2018

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