Kritik: Wieder Noten an Grundschulen; Schleswig-Holstein

Kritik: Wieder Noten an Grundschulen

Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein und die GEW Schleswig-Holstein kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die geplante Wiedereinführung von Notenzeugnissen und schriftlichen Schulübergangsempfehlungen in Klasse 4. Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Astrid Henke befürchtet, dass die geplanten Veränderungen den Schulfrieden stören und alte, überflüssige Diskussionen wieder aufbrechen werden. „Wer individuelle Förderung und Inklusion ernst nimmt, darf die SchülerInnen nicht über einen Kamm scheren. Das geschieht aber bei der Vergabe von Ziffernnoten. Individuelle Rückmeldungen und Förderhinweise eignen sich daher viel besser als Instrumente der Leistungsbewertung.“ Die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Irene Johns ergänzt: „Die Annahme, Kinder würden ohne Ziffernnoten nicht ausreichend lernen, ist längst überholt. Im Gegenteil – Studien belegen, dass gerade in der Grundschule Ziffernnoten die Leistungsmotivation beeinträchtigen – und das nicht nur bei leistungsschwächeren SchülerInnen. Sie verstärken Leistungsängste und verringern die Lernfreude.“ Auch die Wiedereinführung von schriftlichen Empfehlungen zum Besuch der Schularten halten GEW und Kinderschutzbund für nicht nachvollziehbar. Beratungsgespräche mit Lehrkräften, die den Bildungsweg der Kinder über vier Jahre begleitet haben, reichten völlig aus, so Astrid Henke.

Quelle: Beamten-Magazin 04/2018

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