Keine Personalvorgaben für Krankenhäuser?; Saarland

Keine Personalvorgaben für Krankenhäuser?

ver.di kritisiert ein von der schwarz-roten Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten zur Personalausstattung in Krankenhäusern. Dieses enthalte keine Empfehlung zur Einführung schichtbezogener Personalvorgaben. Die Beratungsgesellschaft empfiehlt der Landesregierung, die Ergebnisse der bundesweiten Verhandlungen über Personaluntergrenzen in sogenannten pflegesensitiven Bereichen abzuwarten und selbst keine verbindlichen Vorgaben zu machen. Es gebe in Deutschland bislang „keine relevanten Studien, die Aussagen zum Zusammenhang zwischen Personalausstattung und Ergebnisqualität im Krankenhaus zulassen“, zitiert ver.di aus dem Gutachten. Als dreist empfindet es ver.di, dass den Pflegekräften abgesprochen wird, über die Folgen des Personalmangels zu urteilen: „Insbesondere eine Selbsteinschätzung Pflegender ist (…) grundsätzlich ungeeignet, eine Aussage über einen Zusammenhang von Pflegekapazität und Ergebnisqualität zu treffen.“ ver.di-Sekretär Michael Quetting sieht das anders. Schließlich könnten die Betroffenen am besten beurteilen, welche Leistungen angesichts der Überlastung auf der Strecke bleiben – und welche Folgen das für PatientInnen habe. „Man braucht keine wissenschaftliche Ausbildung, um zu erkennen, dass eine Pflegefachkraft auf bis zu 40 PatientInnen im Nachtdienst lebensgefährlich ist.“ Die saarländischen Kliniken seien mit 85 Prozent deutlich stärker ausgelastet als der Bundesdurchschnitt. ver.di fordert die Landesregierung auf, dem Gutachten nicht zu folgen und eigenständig Qualitätsvorgaben für die Krankenhäuser zu beschließen.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2018

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