Niels Spilker, Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

Niels Spilker
Politischer Referent, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserinnen und Leser,

ob Arbeitsbedingungen gesundheitsschädlich oder gesundheitsförderlich sind, hängt ganz wesentlich von der Gestaltung der Arbeitszeit ab. Wie lang ist der Arbeitstag? Wie sind Pausen und Erholzeiten geregelt? Wann sind Beschäftigte für die Arbeitgeber erreichbar? Im aktuellen Heft wird der Einfluss von Wechselschicht auf die Gesundheit betrachtet. Dass es auch negative Einflüsse gibt, zeigen arbeitswissenschaftliche Untersuchungen seit langer Zeit. Einige aktuelle Studien werden von uns skizziert. Zudem wird im Interview mit dem Bundespolizisten Frank Hellert deutlich, wie sich jahrelange Wechselschicht auch auf das soziale Leben der Beschäftigten auswirkt. Frank Brenscheidt, Arbeitszeitexperte von der BAuA, rundet den Schwerpunkt ab und gibt Hinweise auf gesundheitserhaltende Regelungen zur Schichtarbeit.

Bezogen auf die Arbeitszeitpolitik ist die Gegenwart ja ziemlich paradox, weil es a) ein zunehmendes Wissen über den Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Gesundheit gibt, weil b) die Arbeitgeber durch Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetzte einen klaren Auftrag zur präventiven Arbeitsgestaltung haben und weil c) den Beschäftigten – Stichwort technologische Möglichkeiten – oftmals ein Mehr an zeitlicher Flexibilität und Selbstbestimmung in Aussicht gestellt wird. Bei Betrachtung der realen Arbeitswelt nimmt aber vor allem die Arbeit zu belastenden Zeiten merklich zu: abends, nachts, am Wochenende. Verschiedene Arbeitszeit-Initiativen der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes knöpfen sich diesen Widerspruch vor, um der Belastung klarere Grenzen zu setzen und den Beschäftigten neue Spielräume zu schaffen. Es wird Zeit.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Niels Spilker

Quelle: Beamten-Magazin 01/2018

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