Personalrat rettet 800 Beschäftigte vor Ausgliederung; Deutscher Personalräte-Preis 2017

Personalrat rettet 800 Beschäftigte vor Ausgliederung

Der Personalrat des Klinikums Augsburg gewinnt den diesjährigen Deutschen Personalräte-Preis in Gold. Das Gremium konnte 2016 die Ausgliederung von 800 der insgesamt 5.000 Beschäftigten in eine Servicegesellschaft verhindern. Das Publikum spendete für dieses Engagement bei der Preisverleihung im Rahmen des Schöneberger Forums Standing Ovations.

„Ihr könnt es schaffen“, rief Hildegard Schwering, Personalratsvorsitzende am Klinikum Augsburg, dem Publikum zu. Sie ermutigte die zahlreichen anwesenden Personalräte aus ganz Deutschland, gegen die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen zu kämpfen und sich für die Rücknahme bereits ausgegliederter Bereiche einzusetzen. 2019 soll das Augsburger Krankenhaus Universitätsklinik werden. Im Vorfeld wurde die Wirtschaftlichkeit

Vergoldetes Engagement: der Personalrat des Klinikums Augsburg.

überprüft und externe Berater prognostizierten ein jährliches Einsparpotenzial von 12 Millionen Euro, wenn Servicebereiche wie die Wäscherei und die Küche privatisiert würden. Der Personalrat belegte mit eigenen Berechnungen das Gegenteil. Einzig der Wegfall der betrieblichen Alterssicherung hätte Einsparungen ergeben. Für die Beschäftigten, die am Klinikum ohnehin am schlechtesten bezahlt werden, wäre der Weg in die Altersarmut vorprogrammiert gewesen. Mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit und einer Demonstration in der Augsburger Innenstadt machte der Personalrat auf diesen Skandal aufmerksam. Er überreichte dem Landrat 2.500 Unterschriften gegen die Pläne. Ihm konnte vermittelt werden, dass die Kommune die finanziellen Folgen einer späteren Altersarmut der ausgegliederten Beschäftigten zu tragen hätte. Das Privatisierungsvorhaben wurde verhindert.

Arbeitsbedingungen im Zeitalter der Digitalisierung

Der Hauptpersonalrat für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen und Schulen für Kranke am Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen erhielt die Auszeichnung in Silber. Das Gremium regelte mit einer Dienstvereinbarung die Nutzung einer neuen IT-Plattform. Damit setzte es ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Arbeitsverdichtung der Lehrkräfte und für den Datenschutz. Mit Bronze zeichnete die Jury den Gesamtpersonalrat der AOK Plus für Sachsen und Thüringen aus. Im Fokus des Projekts standen die Folgen der Digitalisierung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die zunehmende Nutzung von Software auch zur Leistungskontrolle.

Geballte Personalratspower: die Preisträger des diesjährigen Deutschen Personalräte-Preises. Fotos: Simone M. Neumann

Der Preis

Der Deutsche Personalräte-Preis ist eine Initiative der Fachzeitschrift „Der Personalrat“ und zeichnet vorbildliche Personalratsarbeit in Deutschland aus. Er wurde zum siebten Mal gemeinsam vom Bund-Verlag und der HUK-Coburg verliehen.

Quelle: Beamten-Magazin 11-12/2017

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