GEW: öffnen und ausbauen; Hochschulen

GEW: öffnen und ausbauen

Seit Anfang Oktober befasst sich das Bundesverfassungsgericht mit der Frage, ob die Regelungen zur Studienplatzvergabe im Fach Medizin mit dem Grundgesetz vereinbar sind. BeobachterInnen rechnen mit einem Grundsatzurteil, welches für die Hochschulzulassung insgesamt von Bedeutung ist. Der Numerus clausus (NC) ist schon lange umstritten, etwa weil die Abiturnote wenig über die Qualität künftiger ÄrztInnen aussagt. Außerdem gilt laut Grundgesetz das Recht auf freie Wahl der Ausbildungsstätte und damit auf einen Zugang zur Hochschule, wenn die formalen Qualifikationen vorliegen. Ein NC schränkt dieses Grundrecht ein. Trotzdem gibt es ihn nicht nur in der Medizin, sondern in vielen weiteren Studienfächern, zunehmend auch in den Bildungswissenschaften. Die GEW hebt anlässlich der Verhandlung in Karlsruhe hervor, dass eine solche Beschränkung weder gerecht noch zweckmäßig ist. Es sei Zeit, den NC zu überwinden, schließlich brauche es in Zukunft nicht weniger, sondern mehr akademisch qualifizierte Fachkräfte. „Es kann nicht sein, dass in vielen Lehramtsstudiengängen Studienberechtigte abgewiesen werden, während gleichzeitig über Lehrkräftemangel geklagt wird. Der Bund muss sich endlich seiner Verantwortung für die Gewährleistung des Grundrechts auf freie Hochschulzulassung stellen“, betont der stellvertretende GEW-Vorsitzende und
Hochschulexperte, Andreas Keller. Die GEW fordert den Bund außerdem auf, mit den Ländern die Kapazitäten zu erhöhen und die Betreuungsrelation zu verbessern. „Der Bund muss die Länder endlich bei der Grundfinanzierung der Hochschulen unterstützen und mit einer Entfristungsoffensive für deutlich mehr Lehrende sorgen“, so Keller.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2017

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