Wenn der Postmann nicht mehr klingelt; Deutsche Post AG

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

ver.di wendet sich entschieden gegen Versuche der Deutschen Post AG, die über den sogenannten Universaldienst definierte Verpflichtung zur werktäglichen Zustellung von Briefsendungen zu unterlaufen. Anlass des Protests sind laut ver.di Medienberichte, nach denen die Post unter dem Projektnamen „Meine Zustellung“ damit begonnen habe, Kunden drei verschiedene Liefermodelle anzubieten: Anstelle einer werktäglichen Zustellung können sich die Kunden entscheiden, ihre Briefe nur noch an fünf, drei oder gar einem Tag in der Woche zu erhalten. In Deutschland schreibt das Grundgesetz in Artikel 87f fest, dass der Bund eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit postalischen Dienstleistungen gewährleisten muss. Umfang und Qualität der Postversorgung sind in der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) definiert. So müssen in Deutschland Briefe und Pakete bis zu einem Gewicht von 20 Kilogramm an sechs Werktagen – also von Montag bis Samstag zugestellt werden. Von den Briefen müssen 80 Prozent der Sendungen einen Tag nach der Einlieferung beim Empfänger sein und 95 Prozent der Briefe müssen den Empfänger nach zwei Tagen erreicht haben. Bei den Paketen bis 20 Kilogramm müssen 80 Prozent am übernächsten Tag beim Empfänger sein. „Wenn die Deutsche Post AG nun Kunden anbietet, auf diese Dienstleistung verzichten zu wollen, untergräbt sie die Auflagen einer flächendeckenden Grundversorgung und sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt“, kritisiert die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Die Deutsche Post AG ist in Deutschland das Unternehmen, das den gesamten Universaldienst flächendeckend erbringt. Entsprechend ist sie an die Vorgaben aus der PUDLV gebunden. Eine zuverlässige flächendeckende Postversorgung sieht ver.di als unerlässlichen Bestandteil einer modernen Infrastrukturpolitik.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2017

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