Höchste Zeit zu handeln!; Gewerkschaften

Höchste Zeit zu handeln!

Studie prognostiziert stark steigende Schülerzahlen

Im Mai beschloss die GEW auf ihrem Gewerkschaftstag den Dringlichkeitsantrag „Lehrkräftemangel bekämpfen“. Untermauert wird die Forderung der Bildungsgewerkschaft jetzt durch neue Zahlen. Mitte Juli stellte die Bertelsmann Stiftung die Studie „Demografische Rendite adé: Aktuelle Bevölkerungsentwicklung und Folgen für die allgemeinbildenden Schulen“ vor. Die Autoren Klaus Klemm und Dirk Zorn sagen für das Jahr 2025 rund eine Million mehr SchülerInnen voraus als die bisherige Prognose der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2013. Statt dann 7,2 Millionen SchülerInnen erwarten die Wissenschaftler 8,3 Millionen SchülerInnen. Allein an den Grundschulen werden laut Studie 25.000 zusätzliche Lehrkräfte benötigt, zudem 2.400 Grundschulen mehr als heute.

„Gemeinsame Kraftanstrengung“

Angesichts dieser Prognose fordert die GEW eine gemeinsame Kraftanstrengung zur Sicherung des Lehrkräftenachwuchses. „Die Studie zeigt eindringlich, was Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer und Personalräte an vielen Orten in Deutschland tagtäglich erfahren: Es wird immer schwieriger, die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern mit qualifizierten Lehrkräften zu versorgen“, so die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Die Probleme könnten nur in Angriff genommen werden, wenn mehr Geld für Bildung zur Verfügung stehe: für mehr Lehrkräfte, weiteres pädagogisches Fachpersonal sowie Sanierung und Ausbau von Schulgebäuden.

Der Schüler-Boom kommt zuerst in der Grundschule an und setzt sich später in der
Sekundarstufe I fort.

Vorausschätzung: Schülerzahl steigt bis 2030 um 8 Prozent

Quelle: Bertelsmann Stiftung 2017

Arbeit an Grundschulen honorieren

Besonders gravierend ist das Problem laut GEW an Grundschulen. Wenn die Arbeit mit kleinen Kindern weniger honoriert werde als die Arbeit mit den älteren, werde dieser Mangel nicht zu beheben sein. Die Gewerkschaft fordert deshalb, die Lehrkräfte an allen Schularten gleich gut zu bezahlen. Derzeit verdienen Grundschullehrkräfte monatlich 400 bis 600 Euro weniger als die meisten Lehrkräfte an weiterführenden Schulen.

Baustelle: Ganztagsangebot und Inklusion

Die GEW gibt zu bedenken, dass in der Studie der Bertelsmann Stiftung bestimmte Faktoren noch gar nicht berücksichtigt sind. Dazu gehören dringend nötige Verbesserungen wie der Ausbau eines qualitativ hochwertigen Ganztagsangebots und auch eine bessere Personalausstattung für Inklusion.

Quelle: Beamten-Magazin 07-08/2017

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