Fazit der Gewerkschaften; G20-Gipfel

Fazit der Gewerkschaften

Die Gewerkschaftsgruppierung Labour 20 (L20) vertritt die Interessen der ArbeitnehmerInnen auf der Ebene der G20, der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die Mitglieder der L20 formulieren ihre Schlüsselbotschaften im Rahmen eines breit angelegten Konsultationsprozesses und legen ihre politischen Ziele für jede G20-Präsidentschaft fest. Im Vorfeld des G20-Gipfels, der Anfang Juli in Hamburg stattfand, forderte die L20 in ihrer Erklärung „Neue Regeln für eine gerechtere Weltwirtschaft“ die Staats- und Regierungschefs der G20 auf, die Besorgnis der Menschen über die zunehmende Ungleichheit ernst zu nehmen. Eine weltweite Umfrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes in diesem Jahr hatte ergeben, dass 74 Prozent der Menschen besorgt über die zunehmende Ungleichheit zwischen dem reichsten Prozent und dem Rest der Bevölkerung sind, dass 73 Prozent Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes haben und dass 71 Prozent der Meinung sind, dass die ArbeitnehmerInnen nicht genügend Einfluss auf die Festlegung der Regeln für die Weltwirtschaft haben. Resultat müsse ein Politikwechsel sein, mit dem Arbeitsplatze geschaffen und der durch die Globalisierung und den technologischen Wandel erzeugte Wohlstand gerechter verteilt werden könne, so die L20. Geeignete Instrumente seien Tarifverhandlungen, Steuerumverteilung, Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen sowie Strategien zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele und der Anpassung an den Klimawandel. Vom Gipfel müsse eine verstärkte internationale Koordination ausgehen. Das Fazit der L20 nach dem Gipfel: Die G20-Gipfelerklärung gehe in positiver Weise auf Verletzungen der Menschenrechte und Arbeitsnormen entlang globaler Lieferketten ein. Ein potenziell bedeutender Schritt sei die Zusage, „umgehend wirksame Maßnahmen [zu] ergreifen, um Kinderarbeit bis 2025 sowie Zwangsarbeit, Menschenhandel und jegliche Form der modernen Sklaverei zu beseitigen.“ Allerdings hätten die Staats- und Regierungschefs kaum etwas gesagt, das auf die „Ankurbelung der Beschäftigung“ hoffen lasse und sie hätten die politischen Folgen nicht berücksichtigt, die eine fehlende Lohndynamik als Wachstumsbremse in verschiedenen Teilen der Welt habe.

Quelle: Beamten-Magazin 07-08/2017

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