Modernes Dienstrecht – kaputte Kommunen; Nordrhein-Westfalen

Modernes Dienstrecht – kaputte Kommunen

Das nordrhein-westfälische Dienstrecht sieht nach langen Verhandlungen bald erstmals konkrete Schritte für mehr Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung vor. Wie diese – auch hinsichtlich des Umgangs mit der Digitalisierung – mit Leben gefüllt werden können, beleuchtete ver.di auf einer Fachtagung Anfang Mai. Harsche Kritik mussten sich die anwesenden Landespolitiker insbesondere aus den Reihen der KommunalbeamtInnen anhören. „Die Kommunen sind total unter den Tisch gefallen“, monierte Elke Starke, Mitglied im Personalrat der Stadt Köln. „Gesundheitsmanagement ist bei uns als Worthülse ausgelutscht“, kritisierte der Essener Personalratsvorsitzende Kai-Uwe Gaida. Es habe schlicht niemand mehr Spielraum dafür. „Drei Viertel der Kommunen in NRW sind in Haushaltsnotlage“, so Gaida, „bei uns werden einfach mal tausend Stellen gestrichen, die Arbeit bleibt.“ In der Folge stapelten sich die Überlastungsanzeigen. In den technischen Berufen seiner Stadtverwaltung liege der Altersschnitt bei 55 Jahren. Gestaltet werde die Verwaltung schon lange nicht mehr von PersonalentwicklerInnen, sondern von BuchhalterInnen. „Seit anderthalb Jahrzehnten wird über Wertschätzung geredet, bewiesen wird Geringschätzung. Der öffentliche Dienst fühlt sich nicht gut, er fühlt sich verraten“, lautet das bittere Fazit von Gaida.

Foto: istockphoto.de/MarsBars

Quelle: Beamten-Magazin 05/2016

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