Bund soll Kita-Qualität sichern; Bund

Bund soll Kita-Qualität sichern

Nur zwei Bundesländer erfüllen international anerkannte Standards der Kinderbetreuung. Dieses Ergebnis lieferte Ende August die Kita-Studie der Bertelsmann Stiftung. Nach Auffassung der WissenschaftlerInnen solle eine pädagogische Fachkraft nicht mehr als drei Kinder betreuen, die jünger als drei Jahre sind. In der Altersgruppe von drei Jahren bis zum Schuleintritt sollten auf eine Fachkraft im Schnitt bis zu 7,5 Kinder kommen. Dem werden nur Baden-Württemberg und Bremen gerecht. Am schlechtesten sei der Personalschlüssel für unter Dreijährige in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. „Nach wie vor gibt es einen erheblichen Ost-West-Unterschied. Es ist dringend notwendig, mit einem Bundesgesetz die Voraussetzungen für verantwortungsvolle Arbeit und hohe Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung in Tageseinrichtungen für Kinder zu schaffen“, sagte Norbert Hocke, GEW-Vorstand für Jugendhilfe und Sozialarbeit. Die GEW will es nicht länger den Ländern überlassen, darüber zu entscheiden, unter welchen personellen Bedingungen Kitas arbeiten. „Kindertagesbetreuung ist eine soziale Dienstleistung, die allen Kindern in ganz Deutschland auf höchstmöglichem Niveau offen stehen muss“, forderte Hocke. In der wichtigen Phase der frühen Kindheit dürfe die Ausstattung einer Kita nicht dem Zufall überlassen bleiben. „Deshalb muss sich der Bund künftig finanziell beteiligen“, betonte der Bildungsgewerkschafter. Die Kommunen sind dafür verantwortlich, den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu gewährleisten. Dabei werden sie in unterschiedlichem Maße von ihrem Bundesland finanziell unterstützt. „Dieses System ist nicht zukunftsfähig“, stellte Hocke fest. Eine gute Kinderbetreuung kann es nach Ansicht der GEW nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Kitas geben. „Dazu gehören neben einer deutlich besseren Bezahlung als bisher unbefristete Arbeitsverhältnisse und mehr Vollzeitstellen“, hob Hocke hervor. Besonders scharf kritisierte er, dass nur 60 Prozent der Kita-Beschäftigten eine Vollzeitstelle hätten und 41 Prozent der Fachkräfte befristet arbeiten.

Foto: istockphoto.de/skynesher

Quelle: Beamten-Magazin 09/2015

mehr zu: Themen und Inhalte
Startseite | Sitemap | Publikationen | Newsletter | Kontakt | Datenschutz | Impressum
www.beamten-informationen.de © 2019