Vorsorge für Lehrkräftenachwuchs treffen; Gewerkschaften

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Noch nie sind so viele Lehrerinnen und Lehrer altersbedingt aus dem Schuldienst ausgeschieden wie 2012. Rund 24.400 verbeamtete Lehrkräfte wurden in den Ruhestand versetzt, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1993. Allein im Vergleich zu 2011 erhöhte sich die Zahl um 17 Prozent. Die GEW mahnt nun die Länder, ausreichend Vorsorge zu treffen, um eine gute Lehrkräfteversorgung auch während der Pensionierungswelle sicher zu stellen.

„Bisher sind die Länder ihrer Pflicht nicht zufriedenstellend nachgekommen. Es gibt eine gravierende Fehlsteuerung: In den kommenden Jahren werden viel zu viele Lehrkräfte für Gymnasien ausgebildet. An anderen Schularten wird es dagegen eng, in der Sekundarstufe I herrscht schon jetzt vielerorts Lehrerknappheit. Hier müssen die Länder den Hebel umlegen. Dafür sind eine einheitlich gute Bezahlung sowie eine gute und gleichwertige Ausbildung für alle notwendig“, so die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe mit Blick auf die Veröffentlichung der Pensionierungszahlen von Lehrkräften.

Die GEW betont, das alte Prinzip der Lehrerausbildung und -bezahlung nach dem Motto „kleine Kinder – kleines Gehalt, große Kinder – großes Gehalt“ habe ausgedient. Es setze falsche Anreize und sei Ursache der Fehlsteuerung. Für eine gute Umsetzung von Inklusion und Ganztag, bei der Eltern, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gerne mitziehen, reiche es nicht, die Zahl der in Pension oder Rente gehenden Lehrkräfte auszugleichen. Es müssten zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte aus anderen Professionen eingestellt werden.

Zugleich unterstreicht die Gewerkschaft, dass die Pensionierungswelle nicht überraschend komme, sondern seit Jahren bekannt sei. Jetzt das große Wehklagen über angeblich hohe Pensionskosten anzustimmen, sei verlogen. Die Länder hätten viele Jahre Zeit gehabt, Pensionsfonds anzulegen, um finanziell gewappnet zu sein. Zudem sei die Steigerung des Wohlstands in der Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich eine Folge der Bildungsexpansion, die in den 1970er Jahren startete. Für diese gesellschaftlich gewollte und richtige „Investition in die Köpfe“ hätten die Länder viele zusätzliche Lehrkräfte gebraucht. Diese gingen jetzt nach 40 Arbeitsjahren in den Ruhestand. Tepe macht klar: „Die Lehrerinnen und Lehrer haben ein Recht darauf, die ihnen zugesagte Versorgung zu erhalten. Dass die Arbeitgeber wider besseres Wissen finanziell nicht ausreichend vorgesorgt haben, kann man nun wahrlich nicht den Beamtinnen und Beamten anlasten.“ Die GEW erinnert zudem daran, dass neben den Pensionierungen noch eine große Zahl angestellter Lehrkräfte die Schulen verließen. In den östlichen Bundesländern
stehe die große Welle der Abgänge aus dem Schuldienst noch ganz am Anfang.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2014

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