Dr. Karsten Schneider, Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand; Editorial

Dr. Karsten Schneider
Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand

Liebe Leserinnen und Leser,

der öffentliche Dienst genießt als Arbeitgeber einen guten Ruf. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben viel dazu beigetragen, dass sich die Beschäftigungsbedingungen der Beamtinnen und Beamten sowie der Tarifbeschäftigten positiv entwickelt haben. Aber: die öffentliche Hand lebt zunehmend von der Substanz. Pauschalen Kürzungsprogrammen stehen oft sogar neue Aufgaben gegenüber. Dies kann nicht ohne Folgen für die Qualität bleiben, mit der die Bürgerinnen und Bürger öffentliche Leistungen und ein sicheres Leben erwarten können. Diese Zangenbewegung – mehr Aufgaben bei weniger Ressourcen – verschärft der öffentliche Dienst als Arbeitgeber dabei noch, indem er zu selten Prioritäten setzt und die Verantwortung für die öffentlichen Aufgaben bei den Beschäftigten belässt. Nicht zufällig ist der Krankenstand im öffentlichen Dienst besonders hoch. Ein guter Arbeitgeber muss sich hier viel frühzeitiger mit Aufgabenkritik und der Frage befassen, wie ausreichende Ressourcen für die Erledigung der Aufgaben zur Verfügung gestellt werden können.

Eine ausreichende Personalbemessung und eine öffentliche Debatte, welche vom Kopf auf die Füße gestellt wird, das heißt in der die Frage gestellt wird, welche Aufgaben die Bürgerinnen und Bürger erfüllt sehen wollen und sich darauf folgend um die Finanzierung dieser Aufgaben bemüht, müssen daher für diese Legislatur
auf der Tagesordnung stehen. Dazu gehört ein Gesundheitsmanagement, das die Fehler nicht beim Individuum sondern in den Strukturen sucht. Mit diesem Thema befasst sich das vorliegende Magazin für Beamtinnen und Beamte.

Mit freundlichen Grüßen

Quelle: Beamten-Magazin 01/2014

 

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