Weihnachtsgeld; Finanzen

Weihnachtsgeld

„Vorfreude, schönste Freude. Freude im Advent…“ Dieses Weihnachtslied haben viele Beschäftigte sicherlich nicht nur wegen der bevorstehenden Festtage auf den Lippen, sondern auch wegen des sogenannten Weihnachtsgeldes. Im Beamtenrecht wird dieses einheitlich mit dem Begriff „Sonderzahlung“ umschrieben. Damit hört die Einheitlichkeit der Regelungen jedoch auch schon auf. Denn, ob eine solche Sonderzahlung gezahlt wird, wie hoch diese ausfällt und wann sie gewährt wird, entscheiden die Dienstherrn seit 2003 und damit bereits drei Jahre vor der Föderalismusreform I in eigener Zuständigkeit. Die „Sonderzahlungslandkarte“ gestaltet sich daher mittlerweile äußerst differenziert: Einige Dienstherren wie Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gewähren ihren Beamtinnen und Beamten einen festen Betrag, der je nach Besoldungsgruppe zwischen 120 und 840 Euro bzw. zwischen 30 und 70 Prozent ihrer monatlichen Besoldung liegt. Die Beamtinnen und Beamten in Baden-Württemberg, Bayern, beim Bund, Brandenburg Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und Thüringen dagegen erhalten in jedem Monat mit ihrer Besoldung einen Anteil der Sonderzahlung. Diese wurde in den letzten Jahren im Zuge der Novellierung des beim jeweiligen Dienstherrn geltenden Besoldungsrechts in die Grundgehaltsstabelle eingebaut und macht je nach Dienstherr und Besoldungsgruppe zwischen 1,1 und 5 Prozent bzw. 21 und 116,68 Euro des monatlichen Grundbetrages aus. Zusätzlich gewähren viele der Dienstherren zudem einen kinderbezogenen Anteil. Schlecht sieht es hingegen für die beamteten Beschäftigten in Sachsen aus. Im Freistaat wird seit 2011 keine Sonderzahlung mehr gewährt. Die mit Unterstützung des DGB Sachsen dagegen eingelegten Rechtsmittel haben noch zu keiner abschließenden Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Landesregierung geführt.


Stellt sich noch die Frage, wofür die Sonderzahlung ausgegeben wird: In einer von ver.di initiierten Online-Umfrage im Rahmen der Aktionswoche „Weihnachtsgeld 2013“ gaben 77 Prozent der Befragten an, diese Zulage üblicherweise für Weihnachtsgeschenke zu verwenden. Dem folgen Unternehmungen mit der Familie mit 68 Prozent. Eine mit 33 Prozent vergleichsweise geringe Zahl der Befragten verwendet das Weihnachtsgeld zur Begleichung der oftmals Ende eines Jahres fällig werdenden Versicherungsbeiträge.

Ähnlich sieht es beim Sparen aus. Nur 38 Prozent legen ihr Weihnachtsgeld auf die sogenannte hohe Kante. Das Weihnachtsgeld macht seinem Namen demnach oftmals alle Ehre.

Quelle: Beamten-Magazin 11-12/2013

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