Personalchaos bei der Bahn EVG sorgt für Lösungen; Gewerkschaften

Personalchaos bei der Bahn EVG sorgt für Lösungen

Die Gewerkschaft hatte den Personalengpass bei der Deutschen Bahn frühzeitig aber vergebens thematisiert. Es musste erst zum Notstand in Stellwerken wie in Mainz kommen. Jetzt verspricht der Konzern Lösungen und schenkt den Beschäftigten und der EVG Gehör.

Bahn-Vorstand sowie Vertreter der EVG und des Konzernbetriebsrats haben vereinbart, die Personalprobleme im Konzern gemeinsam lösen und die Personalplanung überarbeiten zu wollen. In allen Betrieben der Deutschen Bahn (DB) werde die Personalplanung neu aufgesetzt, teilte der Vorsitzende der EVG, Alexander Kirchner, nach den Verhandlungen mit. Die Belegschaft eines jeden Betriebes und die zuständigen Betriebsräte sind einbezogen, wie er als weiteren Erfolg vermeldete. „Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort wissen am besten, warum es brennt und können tragfähige Lösungen aufzeigen.“ Sie seien bereits dabei, die laufende Personalplanung zu überprüfen. Zur Unterstützung der Betriebsräte veranstaltet die EVG unterdessen in verschiedenen Städten Fachkonferenzen zum Thema Personalplanung. Die Arbeitgeber haben sich verpflichtet, „den einsatzfähigen Personalbestand, den erweiterten Personalbestand sowie die sich daraus ergebenden Ableitungen für Vertretungsbedarf“ aufzuzeigen. Bis zum 15. Oktober soll für jeden Betrieb ein Konzept vorliegen, über das sich die Verhandlungspartner einigen wollen. Die Personalplanung richte sich nun endlich am tatsächlichen Bedarf für die laufende Periode und das Folgejahr aus, sagte Kirchner.

Ihre Forderungen und Vorschläge hat die EVG in der so genannten „Fuldaer Erklärung“ vom 9. September gebündelt. In dem vom Bundesvorstand beschlossenen Papier werden acht Prämissen angeführt, mit denen die Beschäftigten zum Beispiel auf den Stellwerken, in den Zügen, den Werkstätten, den Zugbildungsanlagen und auf den Bahnhöfen entlastet werden sollen. Unter anderem heißt es dort: „Gesundheit lässt sich nicht abkaufen. Deshalb sollen Mehrleistungen oder Urlaubsrückstände nicht finanziell abgegolten werden. Die EVG fordert den Vorstand der DB AG auf, tarifwidriges Handeln konsequent zu unterbinden.“ Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner unterstrich, die bereits getroffenen Vereinbarungen müssten auch umgesetzt werden. Ansonsten werde die EVG dies erzwingen. Dann würden die Betriebsräte sich beispielsweise weigern, Überstunden zu genehmigen.

Die EVG hatte bereits im vergangenen Jahr auf die „immer drängender werdenden Personalprobleme“ aufmerksam gemacht. Mitarbeiter müssten Überstunden leisten, um den Betrieb aufrechterhalten zu können, berichtete der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel damals. Die EVG sprach von 6,4 Millionen Überstunden. Diese Mehrarbeit entspräche umgerechnet 4.000 Stellen.

 

Quelle: Beamten-Magazin 09/2013

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