Sehrbrock fordert Gesetz für gleiche Löhne; Bund

Sehrbrock fordert Gesetz für gleiche Löhne

Für eine gleiche Bezahlung haben Frauen am Equal Pay Day demonstriert. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin machten am 22. März 2013 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gemeinsam mit Vertreterinnen des Sozialverbands Deutschland und des Deutschen Frauenrats auf die zwischen Frauen und Männern bestehenden Einkommensunterschiede aufmerksam. Bei gleicher Leistung bekämen Frauen rund ein Fünftel weniger Gehalt. Sie müssten damit rund 80 Tage mehr pro Jahr arbeiten, um auf das Durchschnittsgehalt ihrer Kollegen zu kommen – über den Jahreswechsel hinaus demnach bis zum 21. März des neuen Jahres.

Die Lohnlücke sei nur um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr geschrumpft – viel zu langsam nach Auffassung der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ingrid Sehrbrock. „Die Debatte um die Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern ist zwar im Deutschen Bundestag angekommen, geht dort aber nicht zielführend voran", kritisierte sie. Sehrbrock forderte ein Entgeltgleichheitsgesetz. Freiwillige Regelungen für Unternehmen nützten wenig, sagte sie. Der Verdienstunterschied in der Privatwirtschaft ist mit 22,6 Prozent weit größer als im öffentlichen Dienst mit durchschnittlich sieben Prozent. Das geht aus einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2010 hervor. Etwas deutlicher sind die Differenzen im mittleren und höheren Dienst. Der DGB ermittelte bei vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern im mittleren und höheren Dienst einen Einkommensunterschied von zwölf Prozent. Das Bundesfrauenministerium führt dies darauf zurück, dass der Anteil der verbeamteten Männer im Vergleich zu den verbeamteten Kolleginnen höher ausfällt. Im Bundesdienst ist nur jede fünfte Frau Beamtin, aber fast jeder zweite Mann Beamter, wie aus dem Erfahrungsbericht zur Umsetzung des Bundesgleichstellungsgesetzes 2010 hervorgeht. In den Tätigkeitsbereichen des mittleren Dienstes sind Frauen überrepräsentiert, Verbeamtungen jedoch weniger üblich als im höheren Dienst. Dort überwiegt der Anteil der Männer. Der DGB weist außerdem auf Unterschiede bei traditionell von Frauen oder Männern ausgeübten Tätigkeiten hin. Berufe wie der einer Grundschullehrerin würden oft geringer bewertet als überwiegend Männern zugeschriebene Tätigkeiten auf gleichem Niveau.

V.l.n.r.: Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende und Edda Schliepack, Präsidiumsmitglied beim Sozialverband Deutschland.

Foto: DGB/Simone M. Neumann 

Quelle: Beamten-Magazin 04/2013

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