Die Auszeit vom Dienst; Service

Die Auszeit vom Dienst

Sabbatjahr

Eine berufliche Auszeit erscheint vielen Beschäftigten als eine attraktive Möglichkeit einen privaten Wunsch, etwa eine große Reise, die Ausübung eines Ehrenamtes oder eine Weiterbildung in die Realität umzusetzen. Ein so genanntes Sabbatjahr bietet hier eine Alternative zu anderen Teilzeitarbeitsmodellen. Das „Magazin für Beamtinnen und Beamte" beantwortet die wichtigsten beamtenrechtlichen Fragen zu Anspruch, Planung und Finanzierung.

Für wen kommt ein Sabbatjahr in Frage?

Grundsätzlich kann jeder Beamte ein Sabbatjahr einlegen, vorausgesetzt, es stehen keine dienstlichen Belange entgegen. So sind Funktionsstelleninhaber von diesem Modell ausgenommen. Für sie gelten spezielle Regeln. Für die Bundesebene finden sich die Voraussetzungen in der Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten des Bundes. Für Landesbeamte gibt es entsprechende Ausführungen im jeweiligen Landesrecht.

Welche Vorteile bietet ein Sabbatjahr?

Beamte erhalten die Möglichkeit, eine gewisse Zeit finanziell abgesichert vom Dienst freigestellt zu werden. In dieser Zeit können sie neue Kräfte und Motivation schöpfen oder Kompetenzen erweitern. Auch für den Dienstherrn entstehen Vorteile. Zum einen sind motivierte Mitarbeiter für jede Dienststelle ein Gewinn. Zum anderen kann das Sabbatjahr einer gelungenen Personalplanung dienen.

Wie wird das Sabbatjahr beantragt und wie lang darf es dauern?

Es muss ein formeller Antrag beim Dienstherrn eingereicht werden. Eine Frist gibt es nicht zu beachten. Lediglich für Lehrer gibt es eigens Regelungen. Das Sabbatjahr beginnt für sie prinzipiell zu Beginn eines Schul- oder Schulhalbjahres und endet mit Beginn eines neuen. Anträge sind auf dem Dienstweg der zuständigen Schulaufsichtsbehörde einzureichen, sofern es nicht anders bestimmt ist.

Auf Bundesebene variiert die Dauer der Freistellung zwischen drei und zwölf Monaten. Die Länder handhaben dies unterschiedlich. Meist wird die Freistellung an das Ende der bewilligten Teilzeitbeschäftigung gelegt, kann aber auch ab der Hälfte der Zeit erfolgen oder in Ausnahmefällen nach einer festgelegten Anzahl von Jahren.

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Wie wird das Sabbatjahr finanziert?

Das Sabbatjahr teilt sich in eine Anspar- und eine Freistellungsphase. Deren jeweilige Dauer obliegt wiederum den Regelungen der Länder und des Bundes. Eine mögliche Variante besteht darin, drei Jahre lang zwei Drittel der Dienstbezüge zu erhalten, davon zwei Jahre vollbeschäftigt zu arbeiten und anschließend ein Jahr freigestellt zu werden. Oder es wird für einen Zeitraum von fünf Jahren Teilzeitarbeit bewilligt. In diesen Jahren arbeitet man vier Jahre Vollzeit für 80 Prozent der Bezüge, nimmt im fünften Jahr die Auszeit und erhält weiterhin 80 Prozent der Bezüge. Während der gesamten Dauer der Auszeit besteht dann Anspruch auf Besoldung, gleiches gilt für die Beihilfe.

Wie gestaltet sich die Rückkehr in den Dienst?

Wer sich für ein Sabbatjahr entscheidet, sollte auch an die Organisation der Rückkehr in den Dienst denken. Es muss schriftlich fixiert werden, ob die Möglichkeit besteht, an die Dienststelle zurückzukehren oder ein Wechsel nötig ist. Grundsätzlich ist eine Rückkehr an die alte Dienststelle vorgesehen. Gibt es allerdings einen Überhang oder ist eine Versetzung geplant, werden Beamte im Sabbatjahr wie ihre nicht freigestellten Kollegen behandelt. Es dürfen keine Vor- oder Nachteile auf Grund eines Sabbatjahres entstehen.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2013

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