Nur hochrangige Frauen kommen an Spitze des Aufsichtsrats; Bund

Nur hochrangige Frauen kommen an Spitze des Aufsichtsrats

In öffentlichen Unternehmen sind Frauen auf Führungspositionen noch seltener vertreten als in der öffentlichen Verwaltung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Julia Schimeta vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). In den Beteiligungsunternehmen des Bundes sind sie laut Erhebungen des DIW aus dem Jahr 2011 zu 17,7 Prozent in Aufsichtsräten vertreten und zu 8,2 Prozent in den Vorständen. In der Bundesverwaltung besetzt fast ein Drittel der Frauen Führungspositionen, wie aus dem Erfahrungsbericht zur Umsetzung des Bundesgleichstellungsgesetzes 2009 hervorgeht.

Sogar in den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotierten deutschen Aktienunternehmen „kommen Frauen mit knapp 16 Prozent öfter zum Zuge als im ureigenen Einflussbereich des Bundes“, notiert Schimeta. Rund 24 Prozent der untersuchten Kontrollgremien waren 2011 nur mit Männern besetzt. Der Vorsitz ist gekoppelt an eine Funktion in der Bundesverwaltung. Dieser Mechanismus hat laut Schimeta acht Frauen mit einer Leitungsfunktion in der Bundesverwaltung einen Posten als Aufsichtsratsvorsitzende eingebracht. „Die Besetzung von Führungsposten in der öffentlichen Wirtschaft ist also zu einem erheblichen Teil auch gekoppelt an die Besetzung der Führungsfunktionen in der öffentlichen Verwaltung“, schlussfolgert die Autorin. Die an eine Funktion gebundene Besetzung des Gremiums beruhe auf einer statusbezogenen Logik: Eine Aufsichtsratsvorsitzende soll die Interessen des Staates in einem öffentlichen Unternehmen durchsetzen. „Dazu ist es hilfreich“, schreibt Schimeta, „wenn sie mit einer besonders machtvollen Position in der Verwaltung ausgestattet ist“.

Laut Statistischem Bundesamt gab es 2009 in Deutschland 14.764 öffentliche Unternehmen. Als solche bezeichnen die Statistiker Unternehmen, an denen die öffentlichen Haushalte mit mehr als 50 Prozent des Stimmrechts oder des Nennkapitals beteiligt sind. Der Staat ist hauptsächlich im Grundstücks- und Wohnungswesen sowie der Wasser-, Abwasser und Energieversorgung tätig. Frauen sind unter den Beschäftigten im Sozial- und Dienstleistungsbereich überrepräsentiert, in den Versorgungs-, Verkehrs- und Industriebetrieben hingegen deutlich unterrepräsentiert.

Mehr Informationen:
Julia Schimeta, DIW Berlin: Einsam an der Spitze: Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Sektor. ISBN 978-1-23456-789-1.

Quelle: Beamten-Magazin 11.-12/2012

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