„Land kann sich Reiterstaffel nicht leisten“; Sachsen-Anhalt

„Land kann sich Reiterstaffel nicht leisten“

Als „zu teures Showprojekt“ bewertet der frühere Polizeipräsident Johann Lottmann die geplante Reiterstaffel für Sachsen-Anhalt. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) unterliege dem Fehler einer Milchmädchenrechnung, wenn er der Öffentlichkeit weismachen wolle, dass pro Tag nur Futterkosten von fünf Euro für jedes Pferd anfallen. Unter günstigen Bedingungen einer Stall- und Reitanlage müssten jährlich 6.000 bis 7.000 Euro pro Pferd berücksichtigt werden, schreibt Lottmann in einem Beitrag für die GdP-Zeitschrift „Deutsche Polizei“. Am deutlichsten ins Gewicht fielen die Personalkosten mit etwa 50.000 Euro pro Jahr und Reiter. Zusätzlich werde Servicepersonal für Fütterung und Ausbildung gebraucht. Ausbildung und Training kosteten die Polizeireiter viel Zeit, die für den Außeneinsatz verloren gehe, erklärt Lottmann, der selbst reitet. Auch die Sicherheit verbessere sich durch den Einsatz von Reiterstaffeln kaum. Eine Reiterstaffel als reine „Sympathietruppe“ könne sich das Land nicht leisten. Lottmann verweist auf „große Mängel an vielen Stellen“ der Polizei, etwa der Computerausstattung. Stahlknecht solle zuerst für „gut ausgebildete und optimal motivierte Beamtinnen und Beamte sowie eine leistungsfähige Ausstattung und Organisation“ sorgen.

Quelle: Beamten-Magazin 09/2012

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