Wir brauchen Antworten; Dr. Karsten Schneider; Editorial

Wir brauchen Antworten

Kommentar von Dr. Karsten Schneider, Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst im DGB-Bundesvorstand

Es wird schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Die demografische Entwicklung wirft ihre Schatten voraus. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren besonderes viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus – allein im Bund 140.000 in den nächsten 15 Jahren. Auf den öffentlichen Dienst laufen also zwei Entwicklungen zu, die seine Leistungsfähigkeit einzuschränken drohen.

Die Antwort der Bundesregierung ist ernüchternd. In ihrer so bezeichneten Demografiestrategie schlägt sie vor, ihre Spar- und Haushaltspolitik fortzuschreiben. Dies sei die angemessene Antwort auf die demografische Herausforderung. In der Konsequenz hätte dies zur Folge, dass öffentliche Leistungen und öffentliche Sicherheit eingeschränkt werden sollen. Das ist aber die falsche Antwort.

Eine Demografiestrategie, die diesen Namen verdient, muss von zwei zentralen Faktoren ausgehen: Erstens müssen die politischen Entscheider wissen, welche Beschäftigtengruppen, welche Qualifikationen in den nächsten Jahren verloren gehen. Zweitens ist zu entscheiden, welche Dienstleistungen wir in Zukunft brauchen.

Wir brauchen also eine politische Bestandsaufnahme. Zu hoffen, dass der Rückgang der Bevölkerung in Brandenburg weniger Polizistinnen und Polizisten notwendig macht, führt in die falsche Richtung, da die Polizei dann nicht mehr vor Ort präsent sein kann.

Wenn wir nicht politisch festlegen, welche Qualität an Bildung und welches Maß an öffentlicher Sicherheit wir brauchen, lassen wir zu, dass diese Frage hinter unserem Rücken entschieden wird.

Die Folgen wären fatal: Gerade angesichts der demografischen Herausforderung brauchen wir mehr Anstrengungen, unsere Wirtschaft gut aufzustellen, z. B. indem wir Fachkräfte ausbilden. Durch eine bessere Ausstattung der Finanzämter und mehr Personal könnte die öffentliche Hand einen Teil der dafür erforderlichen Mittel gewinnen.

Die Antworten des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften sind daher eindeutig. Sie lauten, sofort mit der Bindung qualifizierter Beschäftigter zu beginnen, Anwärter und Auszubildende zu gewinnen. Gesundheitsprävention muss als Führungsaufgabe ernst genommen werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist darüber hinaus auch für Beamtinnen und Beamte besser zu ermöglichen.

Quelle: Beamten-Magazin 09/2012

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