Matthias Schlenzka, Leitender Redakteur des „Magazins für Beamtinnen und Beamte“; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Fussball-EM 2012 ist vorbei. Deutschland hat es immerhin ins Halbfinale geschafft. Spielerisch wartete die EM 2012 kaum mit Überraschungen auf. Politisch war sie dagegen in vielerlei Hinsicht brisant, nicht nur wegen des Austragungsorts Ukraine.

Die Kapitäne der vier Halbfinalisten sorgten mit einer besonderen Aktion für Schlagzeilen. Sie richteten sich mit einer kurzen Botschaft vor den Spielen gegen jede Form des Rassismus. Diese Aktion war Teil der Respekt-Kampagne, mit der die UEFA die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf wichtige gesellschaftliche Fragen Europas lenken wollte. Auch Philipp Lahm und Gianluigi Buffon, die Kapitäne von Deutschland und Italien, verlasen vor dem Halbfinalspiel ihre Botschaften. „Die vergangenen drei Wochen haben gezeigt, wie der Fußball Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft zusammenbringen kann“, sagte Lahm. „Nationalität, Religion, Geschlecht oder sexuelle Orientierung spielen dabei keine Rolle.“ Dass Lahm die sexuelle Orientierung in sein Statement mit aufnahm, fordert besonderen Respekt, denn der Berufsfussball ist in dieser Hinsicht nicht gerade als Beispiel für Toleranz bekannt.

Die Akzeptanz der sexuellen Vielfalt in der Arbeitswelt ist einer der Schwerpunkte unserer aktuellen Ausgabe des „Magazins für Beamtinnen und Beamte“. Auf den Seiten 16 und 17 berichten wir darüber, wie Gewerkschaften hier zum Teil Neuland betreten. Ingrid Sehrbrock fordert in ihrem Kommentar auf der Seite 8, dass Vielfalt endlich auch im Arbeitsleben akzeptiert werden muss. Vielleicht sind die Botschaften der Vielfalt auf der EM 2012 hierfür ein positiver Impuls.

Matthias Schlenzka
Leitender Redakteur des „Magazins für Beamtinnen und Beamte“

Quelle: Beamten-Magazin 07/08.2012

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