Forscher: Verwaltung hat Defizit bei Integration; Bund

Forscher: Verwaltung hat Defizit bei Integration

Wissenschaftler sehen Defizite bei der Beschäftigung von Menschen mit ausländischen Wurzeln im öffentlichen Dienst. Laut einer Studie, die das Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration im Auftrag der Bundesregierung erstellte, besteht Nachholbedarf bei der „interkulturellen Öffnung der Verwaltung“. Es gebe Defizite bei der Einbindung von Migrantinnen und Migranten. Als Gründe führen die Forscher die angespannte Finanzlage vieler Kommunen an, aber auch geringes Interesse der Zuwanderinnen und Zuwanderer am öffentlichen Dienst. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) beklagt einen Wildwuchs an einzelnen integrationspolitischen Bestrebungen. Wegen der unterschiedlichen Akteure bei Bund, Ländern und Kommunen gebe es zahlreiche parallele, sich überschneidende oder sogar konkurrierende Zuständigkeiten. Der SVR mahnt deshalb einen Masterplan an, der die Maßnahmen vereinheitlicht und koordiniert. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Memet Kilic fordert ein Bundesministerium für Migration. Gerd Landsberg vom Städte- und Gemeindetag
wies die Forderungen zurück. Er sagte, in kaum einem Bereich seien Bund, Ländern und Kommunen so stark vernetzt wie bei der Integration. Ein Masterplan könne nicht die Gegebenheiten am Ort berücksichtigen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hob hervor, in den Städten und Gemeinden werde Vielfalt immer häufiger als Chance verstanden. Die Gewerkschaften fordern seit langem mehr Staatsbedienstete mit Zuwanderungsgeschichte. Ein höherer Anteil von Migrantinnen und Migranten sei „eine wichtige Brücke der öffentlichen Verwaltung zu einer Gesellschaft, die von Einwanderung mindestens in Teilen geprägt ist“, hatte DGB-Abteilungsleiter Karsten Schneider anlässlich des Integrationsgipfels der Bundesregierung im Januar gesagt.

Quelle: Beamten-Magazin 06/2012

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