Reform verunsichert Bundeswehrsoldaten; Bund

Reform verunsichert Bundeswehrsoldaten

Reformen und Einsparungen bei der Bundeswehr trüben die Stimmung der Soldatinnen und Soldaten. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, beklagt eine tiefgreifende Verunsicherung in weiten Teilen der Truppe und eine schlechte Stimmung. Dies stehe in engem Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Streitkräfte und der damit verbundenen Ungewissheit vieler Soldaten über ihre Zukunft, sagte Königshaus bei der Vorstellung seines Jahresberichts 2011. Mit der im vergangenen Jahr eingeleiteten Bundeswehrreform verringert sich die Truppenstärke von 250.000 auf 175.000 bis 185.000 Soldaten. Die Zahl der Zivilbeschäftigten sinkt von 76.000 auf 55.000. Schwerpunkte legt Königshaus im Bericht auf die mangelnde Ausbildung und Ausrüstung in Auslandseinsätzen, Defizite bei der Versorgung verwundeter und traumatisierter Soldaten und hinterbliebener Angehöriger. Verwaltungsverfahren seien zu lang und zu viele Stellen eingebunden, wenn Verletzte oder die Familien von Toten ihre Ansprüche geltend machten. Die Bundeswehr habe zu wenige Psychologen und Psychiater, um traumatisierte Soldaten zu behandeln. Große Defizite sieht Königshaus bei der Vereinbarkeit von Dienst und Familie. Etwa 70 Prozent aller Soldaten pendeln nach seiner Aussage zwischen ihrem Wohn- und Arbeitsort. Es belaste Ehen und Familien, dass sie oft nicht zuhause seien. Die Trennungs- und Scheidungsrate liege bei bis zu 80 Prozent.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2012

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