„Wir bedienen das Interesse nach Informationen”; Uwe Tillmann; Interview

„Wir bedienen das Interesse nach Informationen"

Vor 60 Jahren haben sich die wichtigsten Selbsthilfeeinrichtungen für den öffentlichen Dienst und die gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen im "Deutschen Beamtenwirtschaftsring e. V." (DBW) zusammengeschlossen. Das Magazin für Beamtinnen und Beamte nahm das Jubiläum zum Anlass für ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des DBW, Uwe Tillmann.

Herr Tillmann, der DBW ist ein Zusammenschluss von Gewerkschaften und Selbsthilfeeinrichtungen. Welcher Leitgedanke steht hinter dem Zusammenschluss und welche Bedeutung hat der DBW für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst?

Der Deutschen Beamtenwirtschaftsring e. V. ist ein Zusammenschluss von wirtschaftlichen Einrichtungen und Verbänden der Beschäftigten des öffentlichen Diensts. Die Unternehmen, die im DBW Mitglied sind, sind dem öffentlichen Dienst in besonderer Weise verbunden. Alle Einrichtungen wurden von Angehörigen des öffentlichen Dienstes gegründet. Tragende Leitidee des DBW ist daher seit seiner Gründung im Jahre 1951 der Gedanke der Selbsthilfe. Das wirkt bis heute fort, wenn auch in neuen, moderneren Formen.

Heute besteht eine der wesentlichen Aufgaben des DBW darin, Informationen für aktive und ehemalige Beschäftige des öffentlichen Dienstes bereitzustellen. Der RatgeberService des DBW hat sich etabliert. Seit der ersten Herausgabe des Ratgebers „Rund ums Geld im öffentlichen Dienst" im Jahr 1998 hat der DBW nahezu eine Millionen Ratgeber verkauft. Besonders erfolgreich sind die Ratgeber „Beihilfe in Bund und Ländern" oder „Beamtenversorgung in Bund und Ländern". Die Ratgeber sind zu einem sehr günstigen Preis erhältlich. Gewerkschaftsmitglieder haben sogar noch einen zusätzlichen Preisvorteil. Dieses Angebot ist nur durch den Zusammenschluss von kompetenten Einrichtungen und engagierten Menschen möglich geworden. So hat der DBW in den letzten Jahren ein fachlich hochkarätiges Autorenteam zusammengestellt, an dem auch die Gewerkschaften beteiligt sind.

Welchen besonderen Herausforderungen musste sich der DBW in den 60 Jahren seines Bestehens stellen?

Das Internet hat inzwischen alle Arbeits- und Lebensbereiche durchdrungen und verändert. Für den DBW war das neue Medienzeitalter sicher eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Wir haben schon früh begonnen, uns auf diese Prozesse einzustellen. Durch eine Verzahnung von Print- und Onlineangeboten ist es gelungen, das Interesse der Beschäftigten im öffentlichen Dienst an Information zu bedienen. Wir haben zu zahlreichen Themen Internetseiten eingerichtet, auf denen die Leserinnen und Leser der Ratgeber zusätzliche Informationen abrufen können. Inzwischen gibt es viele Ratgeber auch als OnlineBuch, mit der Folge, dass wir nicht nur die neuen Lesegewohnheiten bedienen, sondern auch weitere Interessenten hinzugewinnen konnten.

Der DBW richtet sich mit verschiedenen Angeboten wie dem Ratgeber „BerufsStart im öffentlichen Dienst" und dem Projekt „Ausbildung im öffentlichen Dienst" speziell an die junge Zielgruppe der BerufsanfängerInnen im öffentlichen Dienst. Wie ist es gelungen diese Zielgruppe anzusprechen?

Gerade im öffentlichen Dienst gelten für Auszubildende und Beamtenanwärter zahlreiche Sonderregelungen. Hier helfen zum Beispiel der Ratgeber „BerufsStart im öffentlichen Dienst" und die begleitende Website www.berufsstart-im-oeffentlichen-dienst.de, die sich speziell an junge Menschen richten. Beide Angebote werden gut angenommen. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Zahl der SchulabgängerInnen in den kommenden Jahren erheblich verringern. Gleichzeitig wird in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes altersbedingt ausscheiden. Diese Entwicklung wird es Behörden und sonstige Einrichtungen im öföffentlichen Sektor erschweren, geeignete Schulabgänger für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu interessieren und zu gewinnen. Aus dieser Erkenntnis heraus ist das Internetprojekt www.ausbildung-im-oeffentlichen-dienst.de entstanden. Neben allgemeinen Informationen rund um die Ausbildungsberufe finden junge Menschen dort auch die Kontaktdaten zu Behörden und können sich in der Stellenbörse umsehen. Mit diesem Projekt, das auch von den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen unterstützt wird, haben wir ebenfalls den Zeitgeist getroffen.

Weitere Informationen:
www.dbw-online.de

Quelle: Beamten-Magazin 07.-08.2011

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