FAQ zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft; Service

FAQ zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Gewerkschaftliche Interessenvertretung, Teil I

Im Dezember 2010 verschmolzen TRANSNET und GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehört. Das „Magazin für Beamtinnen und Beamte" beantwortet in dieser und der nächsten Ausgabe häufige Fragen zur neuen Gewerkschaft, die rund 240.000 Mitglieder zählt.

Woher kam die Idee zur EVG?

Bereits seit mehreren Jahren führten die bisherigen Gewerkschaften TRANSNET und GDBA die Tarifverhandlungen gemeinsam. Zudem war ein Kooperationsvorstand damit betraut, die Zusammenarbeit auf den Themenfeldern Mitbestimmung, Verkehrs- und Unternehmenspolitik sowie Internationales zu intensivieren. Die Verschmelzung beider Gewerkschaften war logische Folge dieser engen Zusammenarbeit.

Wie entstand die EVG?

TRANSNET änderte Satzung und Namen, die GDBA beschloss die Verschmelzung auf TRANSNET, dem stimmte TRANSNET wiederum zu. Auf den entsprechenden Gewerkschaftstagen sprachen sich bei TRANSNET zunächst 96 Prozent der Delegierten für die erforderliche Satzungsänderung aus. Anschließend votierten bei der GDBA gut 91 Prozent für die Verschmelzung und bei der TRANSNET fast 97 Prozent.

Warum fand nicht eine völlig losgelöste Gründung statt?

Bei der Bildung der EVG war eine komplizierte Rechtslage zu beachten. Zudem mussten die Interessen der Mitglieder berücksichtigt werden. Schließlich können diese aufgrund ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft Leistungen wie beispielsweise den Rechtsschutz in Anspruch nehmen. Hätte man zunächst die Auflösung und dann die Gründung beschlossen, hätte die Bereitstellung dieser Leistungen nicht reibungslos funktioniert. Außerdem waren finanzielle und steuerliche Aspekte zu beachten. Das Geld soll schließlich in die aktive Gewerkschaftsarbeit fließen.

Standen die bisherigen Gewerkschaften nicht ursprünglich in Konkurrenz zueinander?

Sicherlich gab es Reibungspunkte. Aber die Zeiten haben sich geändert. Das wirtschaftliche Klima, der Wettbewerb und der Druck auf die Arbeitsplätze machen es notwendig, dass Arbeitnehmer/innen und Beamtinnen und Beamte ihre Interessen gemeinsam und nicht gegeneinander organisieren müssen.

Wie wurde die Basis beteiligt?

In zahlreichen regionalen und überregionalen Veranstaltungen wurden die Mitglieder der bisherigen Gewerkschaften in die Pläne einbezogen. Unter dem Motto „Werkstatt Gewerkschaft" fanden drei Wellen regionaler Veranstaltungen statt, in denen die Mitglieder ihre Meinungen einbringen konnten und dies auch taten. Zudem wurde auf lokalen Veranstaltungen immer wieder über das Projekt diskutiert.

Wie kam es zu dem Namen EVG?

Es gab über 400 Vorschläge für den Namen. Sie wurden von einer vom Hauptvorstand der TRANSNET und vom Bundesvorstand der GDBA gebildeten Arbeitsgruppe gesichtet. Der Name soll Tradition und Zukunft verbinden. So steht das Wort Eisenbahn für die Tradition, die als Bestandteil des Verkehrs diesen in die Zukunft führt.

Was ist das besondere an der Verschmelzung von TRANSNET und GDBA?

Mit der EVG bilden erstmals eine Gewerkschaft des DGB und eine Gewerkschaft des deutschen Beamtenbundes (dbb) eine gemeinsame Gewerkschaft.

Welchem Dachverband gehört die EVG an?

Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund an. Der DGB hat von Anfang an Unterstützung für das Vorhaben signalisiert. Anders der dbb, dem die GDBA bislang angehörte. Dort war überwiegend Skepsis zu vernehmen. Darüber hinaus sprachen sehr pragmatische Gründe für den DGB. Während der dbb überwiegend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes vertritt, sind im DGB auch Beschäftigte der Bahnen und aus dem Verkehrssektor zu finden.

Tritt die EVG damit nicht in Konkurrenz zu ver.di?

Nein, mit ver.di wurde vereinbart, dass ein Projekt zur gewerkschaftlichen und organisationspolitischen Erschließung weißer Flecken im Verkehrssektor aufgesetzt wird. Der gesamte Prozess der Zusammenarbeit und das Vorgehen wurden innerhalb des DGB mit größtmöglicher Transparenz geführt.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2011

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