Ingrid Sehrbrock, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der Monat November steht für uns ganz im Zeichen des Schöneberger Forums, unserer jährlichen Tagung zum öffentlichen Dienst, die mancher von Ihnen besuchen wird. Unser Thema in diesem Jahr: Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten. Ein Thema, das DGB und Gewerkschaften auch im Zuge der jüngsten Reformen des öffentlichen Dienstrechts beschäftigt. Dass es in Thüringen jetzt eine Beteiligungsvereinbarung gibt, ist ein Erfolg, der den Beamtinnen und Beamten des Landes mehr Möglichkeiten bietet, ihre Arbeitsverhältnisse zu gestalten. Das Ende unserer Politik sind solche Vereinbarungen aber nicht, denn es geht um viel mehr. Das Dienstrecht soll künftig verhandelt statt verordnet werden, so fordert es auch der Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz Dietmar Muscheid im Interview auf Seite 16. Die jüngsten Reformen lassen diesen demokratischen Aspekt noch vermissen. Gemeinsam ist ihnen vor allem, dass die Mehrheit der Länder die Pension mit 67 umsetzt, ein Weg, den der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften auch in der Rente für völlig verfehlt halten. Für die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes ist das eine schwere Belastung, denn die Altersstruktur seiner Belegschaften wird immer ungünstiger. Der notwendige Generationswechsel wird durch Rente und Pension mit 67 und die Schuldenbremse auf Dauer blockiert. Deshalb wäre es ratsam, dass die Politik auf die hört, die das Rückgrat ihrer Arbeit bilden: Auf die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und ihre Vertretungen. Denn nur gemeinsam kann die Zukunft gestaltet werden.

Ingrid Sehrbrock
Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Quelle: Beamten-Magazin 11/2010

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