„Wir sind das Gesicht zum Bürger"; Dietmar Honold; Porträt

„Wir sind das Gesicht zum Bürger"

Im Porträt: Dietmar Honold, Betriebsratsvorsitzender beim Postbank-Filialvertrieb Stuttgart

Wussten Sie, dass die Postbank eine „Multikanalbank“ ist? Sie vertreibt ihre Produkte online, durch Finanzberater, die zu Ihnen nach Hause kommen und in bundesweit ca. 850 Postbank Finanzcentern, bei Kunden bekannt als Postfilialen. Hier können Sie nicht nur Briefmarken kaufen, sondern auch Konten eröffnen, Kredite beantragen oder Versicherungen abschließen. Dietmar Honold betreut 92 dieser 850 Filialen – und zwar die in Baden-Württemberg mit rund 1.000 Beschäftigten. Er ist Betriebsratsvorsitzender und vertritt die Anliegen der Kolleginnen und Kollegen, insbesondere bei der Arbeitsplatz- und Dienstplangestaltung. Angesichts eines hohen Anteils an Vollzeitarbeitsverhältnissen und einer vergleichsweise niedrigen Teilzeitquote von ca. 15 Prozent birgt die Personaldisposition durchaus Fallstricke. „Wir sind das Gesicht zum Bürger“, ist sich Honold bewusst und versucht Kundenwünsche und Beschäftigteninteressen unter einen Hut zu bringen. Den solidarischen Schutz hat sich der Vollblut-Betriebsrat auf die Fahnen geschrieben, aber er weiß auch, dass das Unternehmen wirtschaftlich tragfähig und erfolgreich sein muss. Das gehe nur, wenn der Betriebsfrieden gewahrt bleibe. Deshalb suchen Honold und seine Betriebsratskolleginnen und -kollegen nach einem fairen Ausgleich widerstreitender Interessen und nach Lösungen, wie etwa der Wiedereinstieg einer Kollegin nach längerer Krankheit oder die Rückkehr eines Kollegen aus der Elternzeit sinnvoll und gerecht gestaltet werden kann. Mit Augenmaß arbeiten sie daran, dass die Beamtin mit den drei schulpflichtigen Kindern den familiären ebenso wie den beruflichen Anforderungen gerecht werden kann. Auch der erhöhte Vertriebsdruck mache vielen Beschäftigten zu schaffen, berichtet der 51-Jährige. Seit der Finanzkrise sei er weiter gestiegen und die Zahl psychischer Erkrankungen nehme zu. Die Kolleginnen und Kollegen seien keine ausgebildeten Verkäufer. „Erst wenn ich hinter dem Produkt stehe, kann ich es auch anbieten“, bringt Honold das Unbehagen vieler auf den Punkt. Der ver.di-Betriebsrat kämpft dafür, dass den Beamtinnen und Beamten, die den Erwartungen nicht entsprechen, keine Sanktionen drohen und dass gute Leistungen vom Arbeitgeber auch anerkannt werden.

Quelle: Beamten-Magazin 05/2010

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