Umweltfahnder im Einsatz; Gerhard Lindl; Porträt

Umweltfahnder im Einsatz

Im Porträt: Gerhard Lindl, Polizeihauptkommissar

Die Umweltexperten des Polizeipräsidiums Ingolstadt sitzen bei der Wasserschutzpolizei Beilngries. Egal ob es um Gülleeinträge ins Grundwasser, die achtlose Entsorgung von Altlasten, den unerlaubten Umgang mit Gefahrgutstoffen oder illegalen Industriemüll geht: „Wenn wir kommen, wird aufgeräumt“, sagt der Leiter der Wasserschutzpolizei Beilngries Gerhard Lindl. Dass die Wasserschutzpolizei nicht nur mit dem Patrouillenboot auf dem Wasser, sondern auch mit dem Streifenwagen unterwegs ist, ist nicht selbstverständlich. Aber in der Polizeiinspektion Beilngries sitzt der geballte Sachverstand in Sachen Umwelt- und Pflanzenschutz-, Chemikalien- und Abfallrecht der acht Inspektionen in Bereich Ingolstadt. Da wundert nicht, dass auch der Abfalltransport auf der Straße im Visier der Umweltfahnder steht. Etwa zwei Drittel der Delikte, denen die Polizeibeamten nachgehen, sind Ordnungswidrigkeiten oder strafrechtliche Vergehen im Umweltbereich. Beim restlichen Drittel handelt es sich um Verstöße gegen das Binnenschifffahrtsaufgabengesetz des Bundes und die Bayerische Schifffahrtsordnung auf Bundes- und Landeswasserstraßen. „Ich schau schon, dass wir auch auf dem Wasser präsent sind“, erläutert der Polizeihauptkommissar. Auf einem Streckenabschnitt von 72 km des Main-Donau-Kanals von Hilpoltstein
bis zur Mündung in die Donau kontrollieren Lindl und seine Kollegen die Güterschifffahrt, aber auch Hotelschiffe und Sportboote. Bei den Verkehrskontrollen geht es – wie im Straßenverkehr – u. a. um Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol oder Drogen am Steuer. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen vom Zoll werden außerdem Ladung und Besatzungen auf den Frachtund Fahrgastschiffen kontrolliert. „Schwerpunktkontrollen finden vorzugsweise zu nicht üblichen Dienstzeiten gleichzeitig auf verschiedenen Streckenabschnitten statt“, berichtet der 51-Jährige, „da kriegen wir sie alle.“ Auch die Einhaltung der Sozialvorschriften auf den Hotelschiffen überprüfen Lindl und seine Kollegen. Gegen miese Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhne und Verstöße gegen die Sozialversicherungspflicht geht er aus eigener Überzeugung vor: „Oben ist alles vom Feinsten … und bei der Crew herrscht nicht selten Ausbeutung pur.“

Quelle: Beamten-Magazin 10/2009



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