Silke Raab; Referatsleiterin für Modernisierung des öffentlichen Dienstes; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am 1. August 2001 hatte ich die Gelegenheit, im Kölner Regierungspräsidium der „Hochzeit“ guter Freunde beizuwohnen. Vor dem Gebäude wehte die Regenbogenfahne. Das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft war just an diesem Tag in Kraft getreten und der damalige Regierungspräsident Jürgen Roters hatte heiratswilligen Lesben und Schwulen die Gelegenheit gegeben, an diesem historisch bedeutsamen Tag ihre Partnerschaft vor dem Standesamt zu besiegeln. Auf dem Flur kam ich ins Gespräch mit einem schwulen Paar. Einer der beiden erzählte mit Tränen in den Augen, dass er – unter den Nazis vom Tod bedroht – nie gedacht hätte, diesen Tag zu erleben. Das hat mich berührt und das schöne Kölner Motto „Läve un läve losse“ in meinen Augen bestärkt. Dass der mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz 2001 begonnene Reformprozess bis heute nicht vollendet worden ist, weil ausgerechnet das öffentliche Dienstrecht schwule und lesbische Paare nach wie vor benachteiligt, zeigen unsere Titelstory und der sehr persönliche Gastbeitrag von Andreas Gerbsch. Dass es aus den Ländern positive Signale gibt, aktuell aus Sachsen-Anhalt (s. Seite 12), macht Hoffnung. Um Diskriminierung geht es auch im Interview mit Professor Wolf Rainer Leenen (s. Seite 16). Er will gemeinsam mit dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei in Nordrhein-Westfalen neue Fortbildungsmodule entwickeln, durch die Polizistinnen und Polizisten mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund für ein faires Miteinander sensibilisiert werden.

Silke Raab, Referatsleiterin für
Modernisierung des öffentlichen Dienstes

Quelle: Beamten-Magazin 9/2009

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