Planbarkeit ist wichtig; Bianka Kloß; Porträt

Planbarkeit ist wichtig

Im Porträt: Bianka Kloß, Posthauptschaffnerin

Um 4.10 Uhr ist die Nacht für Bianka Kloß zu Ende. Eine Stunde später verlässt sie das Haus, da hat sie ihren Kindern noch keinen guten Morgen wünschen können. Der Ehemann weckt die 9-jährigen Zwillinge und macht ihnen das Frühstück, dann muss auch er zur Arbeit. Zur Schule gehen Jessica und Patricia ganz selbständig. „Das muss klappen“, sagt Kloß. Dafür ist sie zu Hause, wenn die Kinder von der Schule heimkommen. Bianka Kloß ist Verteilkraft im Zustellstützpunkt Helmstedt der Post-Niederlassung Braun schweig. Mit 20 Stunden Wochenarbeitszeit im Innendienst kann die 34-Jährige Beruf, Familie und gewerkschaftliche Aktivitäten am besten unter einen Hut bringen. Als die Kinder noch klein waren, hat sie auch nachts gearbeitet: „Das lief nicht gut, mit fehlte der Schlaf“, er innert sie sich. Und auch als Zustellerin in Teilzeit wäre ihr Tagesablauf kaum planbar. Für sie ist die Routine, die Planbarkeit und Berechenbarkeit, die dieser Job ihr bietet, entscheidend: „Ich bin ganz glücklich, dass die Versetzung hierher geklappt hat“, und sie hofft, dass sich das auch nicht ändert, wenn die Kinder älter sind. Ihre Ausbildung zur Dienstleistungsfachkraft im Postbetrieb hat Kloß 1992 begonnen. Anders als die Auszubildenden der heutigen Generation hat sie noch alle Bereiche – Zustellung, Schalterbereich und Wertstelle – kennengelernt. 1994 war sie Postoberschaffnerin z. A., 1997 wurde sie zur Posthauptschaffnerin befördert, 2001 zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt. Kloß findet, auch damals habe sie Glück gehabt, denn sie war eine der letzten, die die beamtenrechtliche Laufbahn im Post dienst absolvieren konnte. Heute beginnt ihre Arbeit dort, wo die Briefsortiermaschinen nicht mehr weiterkommen: Zeitungen, Kataloge, Sendungen mit unleserlicher Anschrift verteilt Kloß – zusammen mit drei weiteren Kolleginnen und Kollegen – auf die Bezirke der Zusteller. Wie lange das so weitergeht, weiß sie nicht: „Die Maschinen können die Postsendungen immer präziser verteilen. Wenn die Maschinen auch Großbriefe nach Gang folge sortieren können, werden noch mehr Verteilkräfte überflüssig“, fürchtet Kloß.

Quelle: Beamten-Magazin 8/2009



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