„Es knirscht an allen Ecken und Kanten“; Post/Postbank/Telekom

„Es knirscht an allen Ecken und Kanten“

Die Beschäftigungssituation der Beamtinnen und Beamten bei den Postnachfolgeunternehmen stand im Fokus einer Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die die Bundesregierung nun beantwortet hat. Von insgesamt 133.218 verbeamteten Beschäftigten arbeiten beispielsweise fast 45.000 im mittleren Dienst der Telekom, fast 56.000 im nichttechnischen Dienst der Post AG. Zu Tochterunternehmen beurlaubt sind 22.750 Beamtinnen und Beamte der Telekom, 1.529 der Post und 2.089 der Postbank. Zugewiesen zu Tochter- und Beteiligungsunternehmen sind 20.940 (Telekom), 1.551 (Post) und 5.715 (Postbank). Seit 2004 wurden 3.902 Beamtinnen und Beamte zur Bundesagentur für Arbeit abgeordnet. Alle drei Unternehmen, insbesondere aber Telekom und Post, wollen weiter Personal abbauen. Auf Initiative von ver.di haben sich Post, Postbank, Telekom und Gewerkschaft auf eine gemeinsame Beschäftigungsinitiative für Beamtinnen und Beamte verständigt. Ziel sei es, Arbeitsplatzangebote bei Bundesverwaltungen für Beamtinnen und Beamte zu eröffnen, die Mitnahmefähigkeit der Versorgung zu ermöglichen und in Sachen Aufstieg sowie Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge für Beamtinnen und Beamte mit den Unternehmen zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. ver.di hat die Anfrage als aufschlussreiche und wegweisende Situationsbeschreibung begrüßt. 20 Jahre nach der Postreform II und der Privatisierung des Post-, Telekom- und Postbanksektors würden die Folgen der Privatisierungspolitik aufgezeigt. Die berufliche Lage und Perspektive der Beamtinnen und Beamten bei den Postnachfolgeunternehmen habe sich in den letzten Jahren verschlechtert. Kaum Beförderungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, rechtliche Auseinandersetzungen zur Zuweisung von Tätigkeiten und kurze Zeitpunkte für dienstliche Beurlaubungen seien nur einige Stichworte, die bezeichnend seien für die Beschäftigungslage. Wirklich befriedigende Regelungen, um die berufliche Lage der Beamtinnen und Beamten in den Postnachfolgeuntern ehmen zu verbessern, zeige aber auch der Bericht nicht auf. „Es knirscht an allen Ecken und Kanten, wenn es um die Beschäftigungspflicht von Beamtinnen und Beamten in den Postnachfolgeunternehmen geht“, erklärt Bundesbeamtensekretär Klaus Weber. „Es kommt darauf an, den Menschen wieder einmal eine grundsätzliche berufliche Perspektive aufzuzeigen, entweder als Beschäftigte mit hohem Können und Engagement bei Post, Postbank und Telekom oder aber im öffentlichen Dienst“.

Quelle: Beamten-Magazin 7/2009



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