Wichtig ist eine offene Führungskultur; Cornelia Rudloff-Schäffer; Interview

Wichtig ist eine offene Führungskultur

Seit dem 1. Januar 2009 steht Cornelia Rudloff-Schäffer an der Spitze des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA). Mit 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Patent- und Markenanmeldungen im fünfstelligen Bereich ist das DPMA eines der größten Patentämter weltweit. Das „Magazin für Beamtinnen und Beamte“ sprach mit der Präsidentin des DPMA über ihre Ziele.

In der Politik wird nach den ersten 100 Tagen im Amt eine erste Bilanz gezogen. Was waren die für Sie bedeutendsten Schritte in Ihren ersten 100 Tagen Amtszeit?

In den ersten 100 Tagen hatte ich Gelegenheit, den Aufgaben im DPMA von einer „neuen Seite“ zu begegnen und noch nicht so vertraute Bereiche durch zahlreiche persönliche Gespräche kennenzulernen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses haben mir keine Schonzeit gegönnt, da mich viele bereits durch meine Tätigkeit als Leiterin der Rechtsabteilung und Leiterin der Hauptabteilung Marken und Muster kennen. Gemeinsam mit ihnen werde ich mich dafür einsetzen, dass das Haus als Kompetenzzentrum für den gewerblichen Rechtsschutz weiterhin gedeiht und in eine gute Zukunft geht.

Welche Schwerpunkte werden Sie in den nächsten Jahren setzen? Was wollen Sie erreichen?

In den kommenden Jahren werde ich besondere Anstrengungen darauf richten, mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die hohen Arbeitsbestände abzubauen und die Bearbeitungszeiten zu reduzieren. Darüber hinaus werden wir die Qualität der Erteilungs- und Eintragungsverfahren weiter verbessern. Herausforderungen sehe ich auch im internationalen Zusammenwirken der Patent- und Markenbehörden. Auch künftig wollen wir international Maßstäbe setzen und Synergien in der internationalen Zusammenarbeit gewinnen.

Eine Behörde mit 2.500 Beschäftigten erfordert hohe Sensibilität im Umgang mit den Beschäftigten. Wie wollen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, Ihre Ziele zu unterstützen?

Ein glaubwürdiger Umgang miteinander und eine offene Führungskultur sind für mich besonders wichtig. Da her werde ich mich sehr dafür engagieren, dass die Fähigkeiten zur kommunikativen, motivierenden Führung auf allen Funktionsebenen in den kommenden Jahren noch gezielter entwickelt und gefördert werden. Auch ist es mir ein persönliches Anliegen, durch verbessertes Wissensmanagement die vielfältigen Potenziale unserer Beschäftigten, ihre Findigkeit und Vielseitigkeit, ihre speziellen Begabungen und ihre Wandlungsfähigkeit zu fordern und zu fördern. Ich freue mich sehr darauf, mit diesem großen Team in vertrauensvoller Zusammenarbeit gemeinsam gute Erfolge zu erzielen.

Macht sich die Wirtschaftskrise bei der Anmeldung von Patenten, Marken und Mustern schon bemerkbar?

Trotz Wirtschaftskrise haben wir keinen Anlass zur Sorge. Die Zahl der Schutzrechtsanmeldungen beim DPMA bewegt sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Massive Rückgänge sind bisher nicht zu verzeichnen. Im letzten Jahr haben die Patentanmeldungen sogar leicht zugenommen. Auch die Gespräche mit den Anmeldern und deren Vertretern zeigen uns, dass – wenn überhaupt – eher international als bei der nationalen Patentanmeldung gespart wird. Gerade in wirtschaftlich stürmischen Zeiten ist es für Firmen und Privaterfinder von maßgeblicher Bedeutung, ihr Innovationspotenzial zu nutzen und Innovationen durch Schutzrechte abzusichern.

 Zur Person

  • 1957 in Bad Camberg/Taunus geboren
  • Studium der Rechtswissenschaften, Politik und Publizistik in Mainz
  • 1991 bis 1996 Referentin im Bundesministerium der Justiz
  • 2001 bis 2008 Abteilungs- und Hauptabteilungsleiterin beim DPMA




Quelle: Beamten-Magazin 4/2009







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