Denkanstöße in einer föderalisierten Hochschullandschaft; Buchtipp

Denkanstöße in einer föderalisierten Hochschullandschaft

Die Föderalismusreform hat Fliehkräfte nicht nur im ehemals bundeseinheitlichen Beamtenrecht freigesetzt. Auch das deutsche Bildungssystem steht seither unter verstärktem Wettbewerbsdruck. Zwar war die Bildung auch vor der Föderalismusreform Sache der Länder, aber es gab Gemeinsamkeiten und es galt das Prinzip der Kooperation. Heute treten 16 Bildungssysteme nicht nur in den Wettbewerb mit denen anderer Länder, sondern sie konkurrieren auch miteinander. Allem Anschein nach arbeiten alle darauf hin, zu den Gewinnern zu gehören. Aber wo es Gewinner gibt, wird es auch Verlierer geben. Zu diesem nüchternen Befund kommen die Herausgeber Frauke Gützkow und Gunter Quaißer im aktuellen „Jahrbuch Hochschule gestalten“. In dem Sammelband setzen sich Hochschulforscher/innen und Akteure an Hochschulen nicht nur mit den sich abzeichnenden Auswirkungen der Föderalismusreform I, sondern auch mit den
Veränderungen der deutschen Hochschullandschaft im Zuge neoliberaler Wettbewerbsideologie, der Globalisierung und des Bologna-Prozesses auseinander. Wäh rend die einen die Risiken der Bildungsföderalisierung, wie die Behinderung von internationaler Mobilität und Chancengleichheit oder die Auflösung der einheitlichen Personalstruktur im deutschen Hochschulrecht, hervorheben, plädieren die anderen für eine gewisse wissenschaftspolitische Gelassenheit gegenüber föderalen Prozessen. Diese Spannbreite an Einschätzungen zeichnet den Spannungsborgen und den Er kenntniswert des Sammelbands aus.

Weitere Information:

Frauke Gützkow, Gunter Quaißer (Hg.): Jahrbuch Hochschule gestalten
2007/2008. Denkanstöße in einer föderalisierten Hochschullandschaft,
Bielefeld 2008 ISBN 978-3-937026-58-9

Quelle: Beamten-Magazin 3/2009



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