Wenn die Unlust nicht mehr vergeht; Service

Wenn die Unlust nicht mehr vergeht

Gesundheitsförderung spezial

Es ist ein eher schleichender Prozess mit relativ harmlos wirkenden Warnsignalen, die dem Burnout vorausgehen. Oft gleichen sie Symptomen, die auch bei starkem Stress auftreten. Beim Burnout nehmen jedoch Zahl und Intensität der Symptome immer mehr zu – bis zum völligen Verlust der Arbeitsfähigkeit. Menschen in nahezu allen Berufen sind inzwischen davon betroffen: Ärzte, Pflegepersonal, Pädagogen, Verwaltungsangestellte. Und im Gegensatz zum Arbeitsstress, der irgendwann erfolgreich bewältigt ist oder verringert werden kann und bei dem es den Betroffenen gelingt, ihre Energiereserven wieder aufzubauen, endet der Burnout nicht selten im völligen Zusammenbruch und in der Aufgabe des Berufes.

Drei Phasen als Warnsignale

  • Burnout beginnt mit emotionaler und physischer Erschöpfung. Die Betroffenen fühlen sich durch ihre Arbeit völlig ausgelaugt und verbraucht. Allein der Gedanke an die Arbeit löst Erschöpfungszustände und Resignation aus. Morgens fühlen sie sich genauso kaputt wie am Abend. Gedanken an ein neues Projekt lösen Beklemmungen, Angst oder sogar Verzweiflung aus. Schlafstörungen treten auf, körperliche Symptome wie länger dauernde Erkältungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindelgefühle kommen hinzu.

  • Zynismus, Demoralisierung, Entfremdung ist der zweite Schritt. Ständig fühlen sich die Betroffenen gereizt, unter Druck, hypernervös. Sie ziehen sich zunehmend von Kolleginnen und Kollegen, Freunden, Partnerin oder Partner zurück und vereinsamen. Manche flüchten sich in Alkohol oder greifen zu Aufputsch- bzw. Beruhigungsmitteln. Andere erhöhen ihren Konsum von Kaffee oder Zigaretten unmäßig. Die Resignation schreitet fort – eine Veränderung der Situation scheint unmöglich.

  • Ein frühes Anzeichen für beginnendes Burnout ist der Verfall der Einsatzbereitschaft. Das Engagement im Beruf flaut spürbar ab. Positive Gefühle wie die Freude an neuen Aufgaben werden immer seltener. Motivation und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten schwinden. In einem fortgeschrittenen Stadium des Burnout wird die Anteilnahme am Arbeitsgeschehen auf ein absolutes Minimum reduziert. Jegliches Interesse an der Tätigkeit geht verloren.

Ursachen von Burnout

Bis heute sind die Ursachen des Burnout in der Forschung umstritten. Neben Studien, die die Ursachen eher beim Individuum sehen, gibt es Untersuchungen, die sie hauptsächlich im Arbeitsumfeld und der Form der Arbeitsorganisation zu erkennen meinen. Danach trage die wachsende Kluft zwischen den Bedürfnissen des  Menschen und den Anforderungen an moderne Arbeitsplätze zum Burnout bei. Folgende Faktoren können dabei eine Rolle spielen:

  • dauerhafte Arbeitsüberlastung,
  • Mangel an Kontrolle über die eigene Arbeit,
  • unzureichende Belohnung (mangelnde Wertschätzung durch Kollegen und Vorgesetzte),
  • Mangel an Fairness und Teamarbeit,
  • widersprüchliche Vorgaben, Werte und Ansprüche.

Burnout-Prävention in Dienststellen

Zur Vorbeugung gegen Burnout sollten zwei Ebenen berücksichtigt werden:

  • Übermäßige Beanspruchungen so weit wie möglich verringern. Die Arbeit soll so gestaltet sein, dass kein gesundheitlicher Schaden entsteht, z. B. mit verbindlichen Arbeitszeitregelungen (Arbeitszeitkonten) und regelmäßigen Erholungspausen, die auch konsequent in Anspruch genommen werden sollten. Es kann hilfreich sein, Pausen rituale einzuführen wie etwa die „gemeinsame Kaffeepause“, die auch die ganz Hartnäckigen veranlasst, das Büro zu verlassen. In der Personaleinsatzplanung sollten ausreichende zeitnahe Erholungszeiten nach besonders intensiven Arbeitsphasen berücksichtigt und verbindlich vorgesehen sein.
  • Zugleich sollten „gesundheitsförderliche“ Arbeitsbedingungen geschaffen werden, damit die vorhandenen Ressourcen gesichert und neue aufgebaut werden können.

Workshops und Schulungen zum Thema „Gesunde Arbeit“ können Überlegungen zutage fördern, um persönliches Arbeitsverhalten zu überprüfen oder Strategien zu entwickeln. In Teambesprechungen können Schwachstellen aufgedeckt und arbeitsbelastende Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Lösungen am Arbeitsplatz ersetzen nicht die Hilfe, die Betroffene brauchen, um ihr körperliches und seelisches Gleichgewicht wiederzuerlangen. Aber der Erfolg individueller Bemühungen ist begrenzt, wenn die Arbeitsbedingungen in einer Dienststelle Burnout begünstigen.

Weitere Informationen zur Gesundheitsförderung, darunter auch Hinweise zum Umgang mit psychischen
Belastungen unter www.inqa.de

Quelle: Beamten-Magazin 02/2009






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