Appelle reichen nicht; Klaus Ollenschläger; ver.di-Vertrauensmann beim Hauptzollamt Hamburg_Jonas; Kommentar

Appelle reichen nicht

Klaus Ollenschläger, ver.di-Vertrauensmann beim Hauptzollamt Hamburg-Jonas zum Krankenstands- und Gesundheitsförderungsbericht 2007

Der Bericht umfasst 63 Seiten. Das Kapitel „Gesundheitsförderung in der Bundesverwaltung“ lese ich zuerst. Hier wird ein Ausblick geboten und es werden Handlungsfelder für die Dienststellen der Bundesverwaltung aufgezeigt. Handlungsbedarf sieht die Zentralstelle für Arbeitsschutz bei der Einführung ganzheitlicher  Gesundheitsförderungskonzepte. Vorgaben oder Richtlinien für die Behörden gibt es aber nicht. Vielmehr wird an deren Verantwortung appelliert. In der Bundesfinanzverwaltung blieb der Appell bis heute ohne Folgen: Die Gesundheitsförderung ist noch immer nicht zur „Chefsache“ erklärt worden. Dafür erlebten die Beschäftigten in den vergangenen Jahren, wie neue Steuerungskonzepte, die Kostenund Leistungsrechung und Controlling durchgesetzt wurden. Erst neuerdings zeichnet sich in der Bundesfinanzverwaltung eine Änderung ab. Es ist von einem bundesweit gültigen Rahmenkonzept zum Gesundheitsmanagement zu hören, das demnächst eingeführt werden soll. In einzelnen Dienststellen finden Projekte statt, so auch beim Hauptzollamt Hamburg-Jonas. Der Bericht erwähnt, dass die Gewerkschaften an einer gemeinsamen Initiative mit dem Bundesministerium des Innern zum Gesundheitsmanagement arbeiten. Behördenleitungen und Interessenvertretungen packen das Thema aktiv an. Doch wie wird „aktiv“ gemessen? Gradmesser könnte die Anzahl abgeschlossener Dienstvereinbarungen oder durchgeführter Mitarbeiterbefragungen sein. Erfolgreiche Gesundheitsförderung wird es ohne eine Beteiligung der Beschäftigten nicht geben. „Die Beschäftigten selbst sind Experten“, schreibt dazu das Bundesinnenministerium. Das muss jedoch in der Praxis erst noch gelebt werden. Erforderlich sind Maß nahmen, die in der Dienststelle vor Ort, im Tagesgeschäft wirksam werden. Dies setzt eine angemessene personelle Ausstattung und finanziellen Spielraum für die Dienststellenleitungen voraus. Der Bericht verdeutlicht auch, dass im Bundesdienst Konzepte und Maßnahmen noch nicht in der Breite wirken. Gesundheitsförderung darf jedoch nicht allein Sache von Expertenrunden oder Fachgremien sein. Die Gewerkschaften werden sich auch weiterhin des Themas „Gesundheitsförderung im Bundesdienst“ annehmen müssen.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2009



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