Machtvoll für ein soziales Europa; Gewerkschaft

Machtvoll für ein soziales Europa

Der Tag, an dem das Europäische Parlament den Entwurf für eine Verschlechterung der EU Arbeitszeitrichtlinie abgelehnt hat (siehe auch S. 7), kann der Europäische Gewerkschaftsbund als vollen Erfolg für sich verbuchen. Aus ganz Europa waren tags zuvor 15.000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter nach Straßburg gekommen, um unter dem Motto „Vorrang für Beschäftigtenrechte, nicht für längere Arbeitszeiten“ gegen die Position des EU-Ministerrats zu demonstrieren. Neben vielen ver.di-organisierten Berufsfeuerwehrleuten aus Deutschland zogen starke Abordnungen der IG Metall, die für den Erhalt des VW-Gesetzes demonstrierten, und Beschäftigte aus Frankreich, den Benelux-Staaten, aus Polen, Tschechien und Italien mit ihren Fahnen und Transparenten vor das Straßburger Parlament. „Ich beglückwünsche das Europäische Parlament zu seiner klaren Entscheidung für den Erhalt des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Europa“, begrüßte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbock den Beschluss am Tag da nach. Mit den Vorschlägen des Berichterstatters Cercas sei gewährleistet, dass Bereitschaftsdienste weiterhin grundsätzlich zur Arbeitszeit zählten. Durch die Möglichkeit, über Tarifverträge die Bereitschaftszeiten besonders zu gewichten, können praktikable Lösungen gefunden werden, so Sehrbrock. Sie begrüßte insbesondere, dass das Parlament dem „Opt-out“-Vorschlag des Ministerrats eine klare Absage erteilte. Arbeits- und Gesundheitsschutz müsse ein grundsätzlicher Standard in ganz Europa sein und dürfe nicht durch Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschritten werden. Nach dem klaren Votum des Parlaments sei nun der Ministerrat gefordert, im Vermittlungsverfahren von seiner bisherigen Haltung abzurücken.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2009



mehr zu: Themen und Inhalte
Startseite | Sitemap | Publikationen | Newsletter | Kontakt | Datenschutz | Impressum
www.beamten-informationen.de © 2018