Ingrid Sehrbrock; Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes; Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Tarif- und Besoldungsrunde 2009 in den Ländern hat begonnen. Die Herausforderungen für DGB und Gewerkschaften sind groß: Während die Tarifverhandlungen zentral mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder geführt werden, müssen Besoldungserhöhungen in jedem Land einzeln verhandelt und durchgesetzt werden. Während in den Kommunen die Tarifbeschäftigten dominieren,
sind die Beamtinnen und Beamten in den Ländern die stärkste Beschäftigtengruppe. Und mit der Finanzkrise scheinen die Arbeitgeber ein Totschlagargument gegen nennenswerte Einkommensforderungen zu haben. Zur Resignation gibt es aber keinen Grund, im Gegenteil. Das Signal lautet: Die Tarifbeschäftigten und die Beamtinnen und Beamten der Länder setzen sich gemeinsam für höhere Einkommen ein, denn: Ihre Arbeit ist mehr wert! Der öffentliche Dienst ist lange genug von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt worden. Die Reallohnverluste seit 2002 sind vor allem im Beamtenbereich beträchtlich. Die Finanzkrise ist kein Argument gegen, sondern für angemessene Einkommenserhöhungen. Die Binnennachfrage muss gesteigert werden und das geht nur, wenn die Beschäftigten mehr Geld in der Tasche haben. Wer Konjunkturprogramme auflegt, darf bei den Einkommen nicht mit spitzem Bleistift rechnen.

Ingrid Sehrbrock
Stellvertretende Vorsitzende
des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Quelle: Beamten-Magazin 01/2009 

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