Unterm Schutzschirm des Versicherers; 100 Jahre Nürnberger Beamten

Unterm Schutzschirm des Versicherers

Seit 100 Jahren ist die NÜRNBERGER dem öffentlichen Dienst verbunden: Mit Einführung der Pensions-Zuschuß-Versicherung 1908 schloss das Unternehmen eine wichtige Versorgungslücke

Am 7. Dezember 1908 erteilte das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung in Berlin die Genehmigung zur Einführung einer Lebensversicherung für Staatsbeamte: der Pensions-Zuschuß-Versicherung (PZV). Sie machte es den Beamten erstmals möglich, sich u. a. gegen das Risiko der vorzeitigen Pensionierung wegen Invalidität und den damit verbundenen Einkommensverlust abzusichern.

Fortwährende Verbesserungen

Damit begann eine überaus erfolgreiche Entwicklung, die die NÜRNBERGER zu einer der führenden Anbieterinnen von Versicherungen und Finanzdienstleistungen für fast fünf Millionen Beamte und Tarifbeschäftigte samt ihrer Familien machte. Während sich zunächst nur Reichs und Staatsbeamte versichern konnten, wurde der Kundenkreis schnell auch auf Gemeindebeamte, Geistliche und Lehrer ausgedehnt. Hinzu kamen die Angestellten der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden. Schon im Jahr der Einführung 1909 wurden 1.336 Policen abgeschlossen. 25 Jahre später überschritt die PZV einen Bestand von 40.000 Verträgen. Wegen des starken Interesses an den neuen Versicherungsformen unterstützten auch die Beamtenverbände ihre Verbreitung. Im Laufe der Zeit gewann man mit der Zunahme des statistischen Materials immer mehr Erfahrungen mit dieser Versicherung, was in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen zu Verbesserungen der Tarife führte.

Schwierige Zeiten

Das nationalsozialistische Regime bescherte der PZV Probleme. Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933, einem der ersten Gesetzgebungswerke mit ausdrücklich antisemitischer Tendenz, waren „Beamte, die nicht arischer Abstammung sind“, in den Ruhestand zu versetzen. Dadurch kam es zu Pensionierungen, ohne dass die Altersgrenze erreicht war oder Dienstunfähigkeit vorlag – was wiederum kein Versicherungsfall für die PZV war. Durch ihre traditionell guten Beziehungen zum Beamtenstand suchte die NÜRNBERGER nach einer Kulanzregelung. Sie nahm ausnahmsweise Dienstunfähigkeit an, wenn ein vertrauensärztliches Attest vorgelegt wurde, auch wenn dies nicht in der Pensionierungsurkunde festgehalten war. Obwohl während des Zweiten Weltkriegs viele Angehörige des öffentlichen Dienstes eingezogen wurden, setzte die PZV-Sondereinrichtung ihre Tätigkeit unverändert fort. Es kam zu beträchtlichen Neuabschlüssen, weil die Deckung der Kriegsgefahr vollständig eingeschlossen war. Die Bearbeitung der Verträge wurde jedoch immer schwieriger. Papierknappheit und andere Einschränkungen beeinträchtigten den Bürobetrieb. Schließlich verwandelte ein Luftangriff am 2. Januar 1945 das Geschäftsgebäude der NÜRNBERGER in einen Trümmerhaufen.

Neubeginn

Eine wesentliche Voraussetzung für den Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg war die durch die Währungsreform 1948 wiederhergestellte Stabilität des Geldes. Etwa zur gleichen Zeit entstanden wieder eigene Organisationen der Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes, die teilweise an Einrichtungen aus der Zeit vor dem NS-Regime anknüpfen konnten. Mit ihrer Unterstützung wurde der ehrenamtliche PZV-Beirat wiederbelebt. Wegen des Bedarf der Beamten und Behördenangestellten an speziellen Versicherungseinrichtungen mit auf ihre Interessen ausgerichteten Versicherungsangeboten für alle persönlichen und familiären Lebensbereiche entstanden 1970 die heutige NÜRNBERGER Beamten Allgemeine Versicherung AG und 1983 die NÜRNBERGER Beamten Lebensversicherung AG, in der die PZV aufgegangen ist. Beides sind Selbsthilfeeinrichtungen des öffentlichen Dienstes und Mitglieder im Deutschen Beamtenwirtschaftsring.

Quelle: Beamten-Magazin 12/2008





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