Jürgen Rotter; Bergbau mit Vorbildfunktion; Porträt

Bergbau mit Vorbildfunktion

Im Porträt: Jürgen Rotter, Sozialpolitischer Beirat

Wenn in Deutschland vom Bergbau die Rede ist, wird damit in der Regel immer noch die Steinkohlenförderung verknüpft, auch wenn der Wirtschaftszweig seine Blütezeit längst hinter sich hat. In Nordrhein-Westfalen, wo Jürgen Rotter bei der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie, als Sozialpolitischer Beirat die im Bergbau Beschäftigten, die Betriebsräte und die Unternehmen betreut und berät, gibt es noch sechs Steinkohlenbergwerke. Aber Rotters Arbeitsbereich erstreckt sich auch auf eine Kokerei, die Braunkohlentagebaue, die Veredelungsbetriebe für Braunkohle, ein Steinsalzbergwerk und rund 70 Betriebe zur Gewinnung von Steinen und Erden. Der studierte Bergbauingenieur ist für den Arbeits und Gesundheitsschutz der Beschäftigten dieser Betriebe und die Grubensicherheit zuständig und übt damit die klassischen Aufgaben der Gewerbeaufsicht im Bereich des Bergbaus aus. Er ist von seiner Gewerkschaft, der IG BCE, für die Funktion des Sozialpolitischen Beirats vorgeschlagen und von der Behörde bestellt worden. Der 52-Jährige pflegt enge Kontakte zu den Belegschaften und den Betriebsräten, ohne deren Informationen effektiver Arbeits- und Gesundheitsschutz kaum möglich wäre. Bei Unfällen, aber auch routinemäßig informiert Rotter sich vor Ort, führt Gespräche mit den Betriebsleitungen, Betriebsräten und den fachlich zuständigen Kollegen. Rotters Erkenntnisse fließen anschließend in das bergbehördliche Regelwerk ein. Ab und zu sei sanfter Druck seiner Behörde, der Gewerkschaften und der Berufsgenossenschaften nötig, um das Niveau beim Arbeitsschutz weiter zu steigern. „Aber im Prinzip bemühen sich alle Seiten, das Unfallrisiko zu senken“, gesteht er zu, „deshalb verzeichnen wir in den letzten Jahren auch eine fallende Tendenz an Unfällen.“ Die Unfallkennziffer liege im nordrheinwestfälischen Steinkohlenbergbau unter dem Durchschnitt der gesamten gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. „Und auch beim Gesundheitsschutz ist es uns durch die technischen Möglichkeiten gelungen, den Standard immer höher zu setzen und Beeinträchtigungen durch Klima, Staub, Lärm oder mechanische Belastungen weiter zu reduzieren.“ Es scheint ganz so, als könne sich vom Bergbau mancher Wirtschaftsbereich noch eine Scheibe abschneiden.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2008


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