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Einstieg in die Bürgerversicherung?

Am 10. Juni 2008 war ein internes Diskussionspapier des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt geworden, in dem Ideen zu einem radikalen Umbau des Krankenversicherungssystems in Deutschland benannt werden. Die Autorinnen und Autoren sollen darin eine einheitliche Basiskrankenversicherung für alle Bürger vorschlagen. In Anlehnung an das bisherige Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenversicherung solle ein eingeschränkter Basisschutz angeboten werden, der mittels Einheitsprämie finanziert würde und für alle verpflichtend sei. Der Grundtarif könne sowohl von privaten als auch gesetzlichen Kassen angeboten werden, die unabhängig von Einkommen, Alter, Gesundheit und Geschlecht jeden Versicherten akzeptieren müssten. Leistungen, die über den Grundtarif hinausgingen, böten Privatversicherer als Zusatzversicherungen an.

Das Konzept stieß innerhalb von SPD und CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf positive Resonanz. Aus ihrer Sicht knüpfe es sowohl an die Idee der Bürgerversicherung als auch an das Modell der Kopfpauschale an. Im DGB wird, ähnlich wie von Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen, aber auch vom PKV-Verband und der Bundesärztekammer, das Konzept kritisch gesehen. Die vordergründige Auflösung des dualen Versicherungssystems von gesetzlicher und privater Krankenversicherung entpuppe sich bei genauerem Hinsehen als Strategie der großen Versicherungsunternehmen, neben einer langfristig weitgehend privatisierten Grundversorgung auf niedrigem Niveau gewinnträchtige Zusatztarife anzubieten. Kleinere Unternehmen, wie die meisten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, könnten in diesem Wettbewerb kaum bestehen.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 07/2008

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