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Reinhard Kilmer, Steuerfahnder: Von großen und kleinen Fischen

Reinhard Kilmer ist ein viel gefragter Mann in diesen Tagen. Der Skandal um Steuerhinterziehungen in Millionenhöhe durch namhafte Persönlichkeiten hat die eher unauffällige Arbeit der Steuerfahndung in das Licht der Öffentlichkeit katapultiert. Immer wieder steht er den Medien Rede und Antwort über die komplexen Details des Stiftungsgeschäfts mit Liechtensteiner Banken. Reinhard Kilmer ermittelt im Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Bochum und kennt die Winkelzüge der Steuerhinterzieher und ihrer Helfershelfer genau. Es sind häufig Hinweise oder Zufälle und manchmal auch eigene Verdachtsmomente, die den Steuerfahnder veranlassen, ein Vorermittlungsverfahren einzuleiten. „Als ‚alter Hase' hat man ein Gespür dafür, ob die Hinweise gerechtfertigt und weitere Ermittlungen erfolgversprechend sind", erläutert er. Denn erst wenn sich die Verdachtsmomente erhärtet haben, wird ein Strafverfahren eingeleitet. Aufgrund eines richterlichen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlusses werden – meist an mehreren Orten gleichzeitig – die Beweismittel sichergestellt. Anschließend beginnen die Ermittler damit, die beschlagnahmten Dokumente zu sichten und auszuwerten. Ob ein „Fall" dann an die Staatsanwaltschaft verwiesen wird oder von der Steuerfahndung erledigt werden kann, hängt u. a. von der Haltung des Beschuldigten und der Schadenshöhe ab. Es sind nicht immer die ganz großen Fische, die der Fahnder an der Angel hat. Aber, wenn die ins Netz gehen, dann lohnt es sich für den Fiskus. So wie Anfang 2000, als aus knapp 100 „Liechtenstein-Fällen" rund 100 Millionen Euro an das Finanzamt zurückgeflossen sind – 60 Millionen Steuern, 20 Millionen Zinsen und 20 Millionen Strafgelder.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 03/2008

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