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Martin Pieper, Dienstordnungsangestellter: Nur nicht täuschen lassen

Die Berufsbezeichnung ist ein Widerspruch in sich. Dienstordnungsangestellter: ein Beschäftigter, der „in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis steht, für den aber beamtenrechtliche Grundsätze gelten“ – sagt Wikipedia. Martin Pieper wird als Beamter bezahlt, arbeitet sich unter beamtenrechtlichen Verhältnissen die Laufbahnen empor, muss aber bei eventuellen Rechtsstreitigkeiten mit dem Arbeitgeber vors Arbeitsgericht.

Martin Pieper ist DO-Angestellter oder, kurz gesagt: Unfallsachbearbeiter bei der Unfallkasse Schleswig-Holstein. Das lässt wesentlich präziser auf seine Tätigkeit schließen. Pieper bearbeitet Unfälle – und zwar Arbeitsunfälle. Das Sozialgesetzbuch VII als Grundlage prüft er, ob ein Arbeitsunfall vorliegt oder nicht und welche Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung gezahlt werden, wie z. B. Verletztengeld. Außerdem obliegt ihm die „Heilverfahrenssteuerung“: Sind die richtigen Ärzte – nach konkreten Qualitätsanforderungen – beteiligt?

Auch die medizinischen Zusammenhänge muss Pieper abklären. Häufig wird dazu ein Gutachter bestellt, der feststellen muss, ob z. B. der Meniskusschaden Folge eines Arbeitsunfalls ist oder ob das Knie schon vorher „angeknackst“ war. „Kurz nach dem Unfall kann durch eine Arthroskopie festgestellt werden, ob der Meniskus aufgrund natürlichen Abriebs oder durch den Unfall geschädigt ist“ erläutert Pieper.

Extrem belastend sind Kindergarten- oder Schulunfälle mit tödlichem Ausgang. „Der Kontakt mit den Eltern ist äußerst hart“. Auch der Umgang mit Versicherten, die nach Unfällen unter so genannten posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, ist schwierig. Aber, so Pieper: „Am schlimmsten sind die tödlichen Unfälle von Kindern. Das darf man emotional nicht an sich ranlassen.“

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 11/2007

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