Erholungsurlaub spezial; Besser gleich als nie; Service

Erholungsurlaub spezial

Besser gleich als nie

Urlaub. Wer hat den nicht verdient? ...Was aber, wenn eine Beamtin ihren Urlaub – z. B. aus dienstlichen Gründen – nicht antreten kann? Kramt sie dann die Erholungsurlaubsverordnung aus, um zu sehen, ob und wann er verfällt? Unklug wäre diese Vorgehensweise nicht, denn auch Urlaubstage haben ein Verfallsdatum.

Anspruch mit Verfallsdatum

Das Urlaubsjahr ist für alle Beamtinnen und Beamten des Bundes das Kalenderjahr. Die Länder haben zwar ihre eigene Regelungskompetenz, sie weichen jedoch kaum vom Bundesrecht ab. Urlaub, der bis zum 30. September des Folgejahres nicht genommen wurde, verfällt. Das gilt auch für Beamtinnen und Beamte der Postnachfolgeunternehmen und der Deutsche Bahn AG mit ihren unterschiedlichen Urlaubsansprüchen. Da der Bund wegen der stärkeren Beanspruchung der Bundesbeamtinnen und -beamten durch die EU-Ratspräsidentschaft und den G8-Gipfel 2007 eine Urlaubssperre verhängt hat, ist die Übertragungsfrist für Urlaub aus dem Jahr 2006 bis zum 31. Dezember 2007 verlängert worden.

Kann der Urlaub aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht zusammenhängend genommen werden, ist eine Aufteilung möglich. Nachgewiesene Krankheitstage werden nicht auf die Urlaubsdauer angerechnet.

Urlaubstage pro Jahr

Normalerweise haben Bundesbeamtinnen und -beamte zwischen 26 und 30 Arbeitstage Urlaub – je nach Alter und Eingruppierung.

Bei der Post und Telekom AG können es auch bis zu 36 Urlaubstage sein. Falls die durchschnittliche regelmäßige Arbeitszeit auf mehr als fünf Tage verteilt ist, erhöht sich der Urlaub für jeden zusätzlichen Arbeitstag im Urlaubsjahr um 1/260stel. Bei weniger als fünf Arbeitstagen vermindert er sich entsprechend. Beamtinnen und Beamte, die in Schicht oder sogar Nachtschicht arbeiten, erhalten zusätzliche Urlaubstage.

Urlaubsanspruch der Beamtinnen und Beamten*

Beschäftigungsstatus bis zum vollendeten 30. Lebensjahr bis zum vollendeten 40. Lebensjahr nach dem vollendeten 40. Lebensjahr
Beamtinnen und Beamte A 1 bis A 14, C 1, R 1 26 Arbeitstage 29 Arbeitstage 30 Arbeitstage
Beamtinnen und Beamte A 15 und darüber, C 2 bis C 4, R 2 und darüber 26 Arbeitstage 30 Arbeitstage 30 Arbeitstage

*gilt auch für Beamtinnen und Beamte der Postnachfolgeunternehmen un der Deutschen Bank AG

Kurzfristige Verschiebung möglich

Urlaubsanspruch besteht erst nach Ablauf von sechs Monaten – bei Jugendlichen nach drei Monaten – nach der Einstellung, es sei denn, die Beschäftigte scheidet vorher wieder aus.

Will ein Beamter seinen regulären Erholungsurlaub kurzfristig verschieben, muss er dafür keine Gründe angeben. Es ist allerdings auch sein Risiko, den Urlaub womöglich nicht antreten zu können. Nach dem 30. September des Folgejahres sind sie hin, die Urlaubstage – egal, ob dienstliche oder private Gründe ihn verhindert haben.

Urlaub muss genehmigt werden

Vor diesem Verfall schützt auch nicht, dass jeder Urlaub vom Vorgesetzten genehmigt werden muss. Immer sollte der Beamte im Hinterkopf haben, dass seine Erholung hinter der Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs zurückzustehen hat. Selbst wenn der Extremfall eintreten sollte und der bereits angetretene Urlaub abgebrochen werden muss, ändert das nichts am Verfallsdatum.

Urlaub ansparen zur Kinderbetreuung

Auf Antrag können Bundesbeamtinnen und -beamte Erholungsurlaub ansparen. Voraussetzung ist, dass der Beamte/die Beamtin für mindestens ein Kind unter zwölf Jahren die Personensorge hat. Der angesparte Erholungsurlaub, der den Zeitraum von vier Wochen übersteigt, wird dem Erholungsurlaub des zwölften Urlaubsjahres nach der Geburt des letzten Kindes hinzugefügt, soweit er noch genommen werden kann. Der angesparte Urlaub wird nach Stunden berechnet. Er sollte – bei mehr als 30 Arbeitstagen – mindestens drei Monate vorher beantragt werden.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 06/2007

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