Porträt; Sylvia Krüger, Hauptkommissarin: „Menschen werden zur Ware gemacht“ ; Porträt

Sylvia Krüger, Hauptkommissarin: Menschen werden zur Ware gemacht"

Fernsehkrimis schaut sie grundsätzlich nicht an. Schon die Dauer der Ermittlungen der Fernsehkolleg/inn/en ist völlig unrealistisch. Das Team um Sylvia Krüger benötigt in der Regel viele Wochen, bis die Ermittlungen erfolgreich und die zusammengetragenen Fakten gerichtsverwertbar sind. Die Hauptkommissarin fahndet im Deliktsbereich Schleusungskriminalität des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin nach Personen und Organisationen, die das Elend anderer skrupellos für ihre Geschäfte nutzen. Dass Schleuser aus der Not von Menschen Kapital schlagen, findet Krüger empörend. „Hier werden Menschen zur Ware gemacht", sagt sie, „das macht mich ärgerlich und wütend."

Aus der Ukraine oder dem Irak kommen die Menschen über die Landesgrenzen nach Deutschland, das häufig nur noch Transitland ist. Die skandinavischen Länder, Spanien, Portugal und Großbritannien sind an die erste Stelle gerückt. Die Ermittlungsgruppen bei der Schleusungskriminalität setzen sich aus Mitarbeiter/innen des LKA und der Bundespolizei zusammen. Der Polizeialltag ist etwa zur Hälfte durch Büroarbeit geprägt: Verfahren müssen geplant, Ermittlungsmaßnahmen wie Telefonüberwachung, Einsatz verdeckter Ermittler, Observationen koordiniert werden.  Und der Rest? Der ist dann doch aus dem „Tatort" bekannt: Wohnungsdurchsuchungen, Vernehmungen, Zeugenbefragungen – wie die von dem 13-jährigen Jungen aus Pakistan, den seine Eltern allein auf die Reise geschickt hatten. „Ich hoffe, dass er seinen Onkel gefunden hat", wünscht sich Krüger.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 04/2007

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