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Karin Möhle, Beitreiberin: Einfühlungsvermögen und Kreativität

„Die meisten erschrecken, wenn ich ihnen sage, was ich beruflich so tue. Aber es gibt überall Menschen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen und so muss es auch Menschen geben, die diese Geldforderungen eintreiben." Karin Möhle tut das für die Stadt Karlsruhe und ihre Bürgerinnen und Bürger. Bei ihrer Tätigkeit geht es auch darum, Steuern einzufordern, von deren Einnahmen das Gemeinwesen abhängig ist.

Konkret handelt es sich um Gewerbe-, Grund-, Hundeund Vergnügungssteuern. „Gewerbesteuer- und Vergnügungssteuer bringen am meisten", offenbart Möhle. Bei der Vergnügungssteuer müsse man sich an den Gepflogenheiten der „Glücksspielbranche" orientieren, die häufig nicht überweisen wolle, sondern lieber direkt bei den stadteigenen Vollstreckungsbeamten bar bezahle.

Unangenehmer werde es für die betroffenen Bürger, wenn es um die Begleichung von Strafzetteln gehe, denn dann könne auch mal Erzwingungshaft drohen oder das Auto gepfändet werden. Am heikelsten seien Forderungen, die das Essensgeld von Schüler/inne/n oder deren Betreuung betreffen. „Dabei ist sehr viel Einfühlungsvermögen und Ideenreichtum gefragt", erläutert die studierte Diplomverwaltungswirtin. Manchmal pfändet Möhle Bankkonten, schickt den Gerichtsvollzieher vorbei, beantragt – wenn es anders nicht geht – auch mal die Zwangsversteigerung von Immobilien oder lässt die eidesstattliche Versicherung abnehmen. „Im Gegensatz zur Mafia bewege ich mich jedoch immer auf dem Boden des Rechts", stellt Möhle mit einer Portion Selbstironie klar.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 01/2007

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