Besserung nicht in Sicht – Der Gesundheitsförderungsbericht 2009 für die Bundesverwaltung; Beamten-Magazin 02/2011


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Besserung nicht in Sicht

Der Gesundheitsförderungsbericht für die Bundesverwaltung

Das Bundesministerium des Innern (BMI) veröffentlichte in diesem Monat den Gesundheitsförderungsbericht 2009 der unmittelbaren Bundesverwaltung. Der Grundsatz „Je höher die Laufbahn, desto niedriger der Krankenstand", gilt noch immer. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert, dass die Fragen nach den Ursachen dieser Entwicklung mit Hilfe des Gesundheitsförderungsberichts nicht beantwortet werden können.

Der jährlich veröffentlichte Bericht gliedert sich in zwei Teile. Während im ersten Abschnitt die Gesundheitsförderung in der Bundesverwaltung behandelt wird, beinhaltet der zweite Teil des Berichtes die Fehlzeitenstatistik. Das BMI möchte mit der Veröffentlichung des Gesundheitsförderungsberichts einen Überblick über die Praxis der systematischen betrieblichen Gesundheitsförderung in der unmittelbaren Bundesverwaltung geben und Empfehlungen für das betriebliche Eingliederungsmanagement aussprechen. Zudem will es durch Erhebung der krankheitsbedingten Fehlzeiten eines Jahres darlegen, welche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur Verringerung der Fehlzeiten erforderlich sind.

Gesundheitsförderung

Die gute Nachricht in Sachen Gesundheitsförderung vorweg: Die Zahl der Arbeitsunfälle verringerte sich von 2005 bis 2009 um rund 40 Prozent. Hinsichtlich des Gesundheitsmanagements bestehe jedoch Verbesserungsbedarf. So ergab die Auswertung einer Befragung von 177 Behörden und Dienststellen zum Thema Gesundheitsmanagement, dass weniger als die Hälfte der teilnehmenden Behörden über konzeptionelle Grundlagen oder die notwendigen finanziellen bzw. personellen Mittel zur Einführung eines Gesundheitsmanagements verfüge. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung würden nur in einem Drittel der Behörden systematisch und zielorientiert geplant, umgesetzt, kontrolliert und verbessert. Zudem vernetze lediglich die Hälfte der Behörden die betriebliche Gesundheitsförderung mit den Aufgaben des betrieblichen Eingliederungsmanagements und des Arbeitsschutzes. Der Bericht informiert des Weiteren über die Auswertung einer von der Unfallkasse des Bundes durchgeführten Mitarbeiterbefragung im Rahmen des Pilotprojekts „Kompetenz. Gesundheit. Arbeit" zum Thema Gesundheit und Arbeitszufriedenheit. Diese ergab, dass laut Angaben der teilnehmenden Beschäftigten die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz sowie der Charakter der Arbeit den größten Einfluss auf die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit haben.

Krankheitsbedingte Fehlzeiten: Tendenz steigend

Für das Jahr 2009 ist eine Steigerung der krankheitsbedingten Fehlzeitenquote festzustellen. Lag sie 2008 noch bei 6,51 Prozent, so kletterte sie 2009 auf 7,08 Prozent. Ein derart starker Anstieg um 1,42 Fehltage je Beschäftigten innerhalb eines Jahres wurde seit 1998 nicht mehr verzeichnet. An jedem Arbeitstag fehlten damit von den 267.097 Beschäftigten (ohne Soldatinnen und Soldaten) in der unmittelbaren Bundesverwaltung aus krankheitsbedingten Gründen rund 18 900 Mitarbeiter. Hinsichtlich der Statusgruppen in der Bundesverwaltung ist zu konstatieren, dass sich die durchschnittlichen Fehltage von Beamtinnen und Beamten dem Wert der Tarifbeschäftigten annähern, wobei diese Entwicklung vornehmlich für die Geschäftsbereichsbehörden gilt. So sind im Bereich der obersten Bundesbehörden die Tarifbeschäftigten wie bereits im Vorjahr rund 4 Tage länger erkrankt als ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Seit 2007 werden in dem Gesundheitsförderungsbericht zudem die Fehlzeiten nach Altersgruppen erfasst. Da jedoch nur für 68 Prozent der Beschäftigten der unmittelbaren Bundesverwaltung Altersstrukturdaten vorliegen, können die erhobenen Angaben lediglich Entwicklungstendenzen aufzeigen: Die krankheitsbedingten Fehltage steigen in allen Laufbahngruppen mit zunehmendem Alter an. Allerdings liegen die Fehltage der 25- bis 29jährigen des einfachen und mittleren Dienstes mit 13,64 bzw. 14,75 Fehltagen über den rund 11 Fehltagen der über 60jähren Beschäftigten des höheren Dienstes.

Fehltage nach Statusgruppen in der Bundesverwaltung 2009

  

Aussagekraft: Ungenügend

Unklar blieben die Ursachen für die aufgezeigte Entwicklung, so der DGB. Das BMI selbst betone zwar, dass die einzelnen Behörden die Zahlen im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts des betrieblichen Gesundheitsmanagements zum Zwecke der Ursachenforschung analysieren müssen. Doch stehe diese Erklärung im Widerspruch zu dem mit dem Bericht verfolgten Ziel, effektive Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur Verringerung der krankheitsbedingten Fehlzeiten aufzuzeigen. Um die Gesundheit der Beschäftigten gezielt fördern zu können, müsse man die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass sie nicht krank machten. Dafür müssten, laut DGB, die Ursachen arbeitsbedingter Erkrankungen jedoch bekannt sein. Er fordert daher die Weiterentwicklung des Gesundheitsförderungsberichts. So müsse der statistische Teil zum Krankenstand mit dem Abschnitt über die Gesundheitsförderung verknüpft werden. Auch wäre eine Differenzierung nach Arbeitszeitmodellen und Dauer der Arbeitsunfähigkeit aufgrund einzelner Diagnosen aussagekräftiger. Um den berechtigten datenschutzrechtlichen Interessen der Beschäftigten Rechnung zu tragen, sollten diese Daten durch anonymisierte Mitarbeiterbefragungen erhoben werden. Das Instrument der Mitarbeiterbefragung ist ein wichtiger Ansatz, den es auszuweiten gilt, so der DGB. Dabei eröffne sich zudem die Chance, die Beschäftigtenperspektive von vornherein einzubeziehen.

Krankenstand in der Bundesverwaltung nach Laufbahngruppen im Altersverlauf 2009*

  

Quelle: Beamten-Magazin 02/2011

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